03 February 2026, 22:26

Olaf Scholz verpasst den Karneval 2025 – doch seine Wurzeln bleiben lebendig

Ein Vintage-Plakat für das Eidgenössische Schützenfest in Frauenfeld, Deutschland, das einen Mann in einem Anzug und eine Frau in einem Kleid zeigt, die nebeneinander stehen, mit Text, der Informationen zum Ereignis enthält.

Olaf Scholz verpasst den Karneval 2025 – doch seine Wurzeln bleiben lebendig

Bundeskanzler Olaf Scholz wird Weiberfastnacht fernab der Karnevalsfeiern verbringen, die ihn in seiner Jugend prägten – und zwar in Brüssel. Geboren am 11. November, einem Datum, das traditionell den Beginn der Karnevalssaison markiert, pflegt er seit langem eine enge Verbindung zu diesem Brauchtum. Doch in diesem Jahr halten politische Termine ihn von den Festlichkeiten fern. Seine Wurzeln in der Sauerland-Region und eine rheinische Großmutter haben seine Verbundenheit mit dem Karneval noch verstärkt.

Der Geburtstag des Kanzlers am 11. November 1955 fällt mit dem symbolischen Start des Karnevals im Rheinland zusammen. Dieser Termin, der um 11:11 Uhr begangen wird, geht auf mittelalterliche christliche Fastentraditionen zurück, die sich mit römischen Einflüssen vermischten. Während in Köln die Feiern früh begannen, entwickelten Regionen wie das Sauerland – wo Scholz aufgewachsen ist – später eigene Bräuche, die Schützenfeste mit dem Karneval verbanden.

Weiberfastnacht selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück. Im Mittelalter entstanden, wurde der Tag zu einer Gelegenheit, an der Frauen spielerisch Geschlechterrollen herausforderten – etwa durch das Abschneiden der Krawatten der Männer und die Übernahme der Festorganisation. Bis in die 1950er-Jahre verbreiteten sich diese Traditionen, besonders im Rheinland. Scholz' Heimatregion Sauerland übernahm die Karnevalsbräuche langsamer, wobei zentrale Ereignisse wie die symbolische Übergabe der Stadtschlüssel an Karnevalsvereine erst später in der Saison stattfanden.

Trotz seines vollen Terminkalenders wollte Scholz an diesem Tag etwas Karnevalsstimmung einfließen lassen. Nach einer nicht öffentlichen Strategiebesprechung zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie plante er, Teile des Bundeskabinetts zu treffen – und dabei eine Prise der ausgelassenen Festtagsatmosphäre in den formellen Rahmen zu tragen.

Scholz' Verbindung zum Karneval ist tief verwurzelt: von seinem Geburtstag bis hin zu seinen familiären Bindungen in Andernach. Auch wenn ihn Weiberfastnacht in diesem Jahr nach Brüssel führt, bleiben seine Wurzeln im Sauerland und am Rhein ein Teil seiner Identität. Die Traditionen, mit denen er aufgewachsen ist, prägen noch immer, wie er politische Pflichten mit seinem persönlichen Erbe in Einklang bringt.

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