NRW setzt auf OSINT: Wie die Polizei digitale Ermittlungen revolutioniert
Lotta AlbrechtNRW setzt auf OSINT: Wie die Polizei digitale Ermittlungen revolutioniert
Nordrhein-Westfalen stärkt digitale Kompetenzen der Polizei mit großem OSINT-Ausbau
Das Land treibt die Digitalisierung seiner Polizeikräfte mit einem massiven Ausbau der Open-Source-Intelligence (OSINT) voran. Unter dem Namen „Digitale Streife“ wurde eine neue Initiative gestartet, um Online-Ermittlungen zu professionalisieren. Beamte werden darin geschult, öffentlich zugängliche Daten systematisch zu sammeln und auszuwerten – für schnellere und effektivere Strafverfolgung.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf bildet das Zentrum der Expansion. Hier leitet Fabian Coenen die Abteilung 22.2, deren Team von anfangs zwei Mitarbeitern auf mittlerweile 16 Spezialisten angewachsen ist. Ihr Fokus liegt auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität, unterstützt von IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftlern.
Sechs regionale Einheiten, Teil des deutschen Staatsschutznetzwerks, stellen bei dringenden Einsätzen sofortige OSINT-Unterstützung bereit. Diese Teams reagieren flexibel auf dynamische politische Ereignisse und sorgen dafür, dass Ermittler Echtzeit-Informationen erhalten.
In Köln führt Swen Schubert die größte „Digitale Streife“-Einheit mit 18 Beamten im Alter zwischen 25 und 52 Jahren. Die 28-jährige Laura Ellrich stieg 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA ein und spezialisierte sich seit Ende letzten Jahres auf OSINT.
Ein zentraler Baustein der Initiative ist die Ausbildung: Marc Restemeyer, 37-jähriger Dozent an der Landesakademie für Ausbildung (LAFP) in Neuss, schult sowohl LKA-Nachwuchs als auch Beamte der sechs regionalen „Digitalen Streifen“. Fast 100 zusätzliche Kräfte in diesen Einheiten wurden für OSINT-Aufgaben abgestellt, allein beim LKA entstanden zehn neue Stellen.
Das Projekt hat nicht nur den Personalbestand des LKA erweitert, sondern OSINT-Wissen flächendeckend in Nordrhein-Westfalens Polizeistrukturen verankert. Mit digitalen Werkzeugen spüren Beamte nun Bedrohungen auf und sichern Beweise aus offenen Quellen. Ziel ist es, die Strafverfolgung in einer zunehmend digitalisierten Welt handlungsfähig zu halten.






