04 March 2026, 10:11

NRW-Innenminister Reul warnt vor wachsender linksextremistischer Bedrohung – doch Terrorgefahr bleibt unbestätigt

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

NRW-Innenminister Reul warnt vor wachsender linksextremistischer Bedrohung – doch Terrorgefahr bleibt unbestätigt

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat eine neue Einschätzung zur Bedrohung durch linksextremistische Strömungen vorgelegt. Der Bericht analysiert aktuelle Entwicklungen, darunter Sachbeschädigungen und ideologische Verschiebungen, findet jedoch keine Hinweise auf eine Hinwendung zum organisierten Terrorismus.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten "Angry Birds Command", einem undurchsichtigen Netzwerk, das mit Sabotageakten in der Region in Verbindung gebracht wird. Öffentliche Unterlagen, die dessen Existenz belegen, gibt es jedoch nicht – damit stellt sich die Frage nach seinem tatsächlichen Einfluss oder seinen Aktivitäten.

Die Analyse verzeichnet einen deutlichen Anstieg von Sachbeschädigungen zwischen 2024 und 2025. Die Vorfälle verdoppelten sich nahezu, wobei viele davon die Zerstörung rechtsextremer Kampagnenmaterialien betrafen. Die Behörden betonen, dass zwar die Vandalismusrate gestiegen sei, dies aber noch kein Muster für eine breitere terroristische Bedrohung erkennen lasse.

Der Bericht geht zudem auf die ideologischen Wurzeln des Linksextremismus ein, von Marxismus-Leninismus über Trotzkismus bis hin zum Anarchismus. Er verweist auf den Niedergang postautonomer Gruppen wie der "Interventionistischen Linken" oder "ums Ganze", während traditionell kommunistische Strömungen offenbar an Zulauf gewinnen.

In einem Abschnitt zum "Budapester Komplex" wird beschrieben, wie Aktivist:innen aus Nordrhein-Westfalen nach Jena reisten, um an Solidaritätsprotesten teilzunehmen. Das Dokument nutzt diesen Fall, um das Potenzial für aggressive Mobilisierung zu veranschaulichen, und zieht Parallelen zu linksextremen Kampfsportnetzwerken in Budapest.

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Eine ehemalige Aktivistin, die mit dem WDR sprach, äußerte sich besorgt über die Eskalation von Protesttaktiken und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zwar vermeidet sie eine pauschale Gewaltzuschreibung an den Linksextremismus, räumt aber Spannungen innerhalb der Bewegung ein.

Trotz Befürchtungen im Zusammenhang mit Sabotage – darunter Angriffe auf Schieneninfrastruktur, die dem fiktiven "Angry Birds" zugeschrieben werden – kommt der Bericht zu dem Schluss, dass es keine glaubwürdige Entwicklung hin zum Terrorismus gibt. Die angeblichen anarchoprimitivistischen Ziele der Gruppe, die auf eine Zerschlagung der Industriegesellschaft abzielen, bleiben in der Praxis unbelegt.

Die Ergebnisse unterstreichen den Anstieg von Eigentumsdelikten und die ideologische Zersplitterung der Szene. Herbert Reuls Einschätzung warnt vor anhaltenden Risiken, vermeidet jedoch eine Einstufung als Terrorismus. Bisher bleiben das "Angry Birds Command" und ähnliche Netzwerke in offiziellen Unterlagen eher symbolisch als nachweisbar.