02 February 2026, 20:05

NRW-Gesundheitsminister diskutiert über Finanznot der Apotheken im Essener Logistikzentrum

Eine Apotheke mit Glaswänden und -türen an einer Straßenecke, mit Plakaten an den Wänden und einer Straße im Vordergrund.

NRW-Gesundheitsminister diskutiert über Finanznot der Apotheken im Essener Logistikzentrum

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat kürzlich das Essener Logistikzentrum von Noweda besucht, einem der größten pharmazeutischen Logistikdrehkreuze Europas. Die Einrichtung beliefert täglich über 1.000 Apotheken in ganz Deutschland und spielt damit eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem des Landes. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die finanziellen Herausforderungen der Apotheken sowie mögliche gesetzliche Anpassungen.

Der Noweda-Standort in Essen, Teil der größten Apothekenkooperation Deutschlands, bearbeitet bis zu 190.000 Medikamentenpakete pro Tag. Mit drei bis fünf Lieferungen täglich versorgt das Zentrum zwischen 1.000 und 1.200 Apotheken bundesweit. Minister Laumann informierte sich vor Ort über die Abläufe – begleitet von Dr. Michael Kuck und Udo Harneit, dem Vertriebsleiter des Unternehmens.

Bei dem Treffen wurden vor allem die festgelegte Apothekengebühr (Apothekenfixum) und die laufenden Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband, dem Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, thematisiert. Dr. Kuck kritisierte den aktuellen Entwurf des Apothekenbetriebs- und Versorgungsgesetzes (ApoVWG) und argumentierte, dass die vorgesehenen Gebührenanpassungen die wachsenden Aufgaben der Apotheken nicht ausreichend berücksichtigten. Dazu zählen erweiterte Dienstleistungen wie Impfungen und Diagnostik, die einen erheblichen Mehrwert für Patienten bieten.

Minister Laumann erkannte die Notwendigkeit einer besseren finanziellen Unterstützung an. Er schlug vor, in das Sozialgesetzbuch V (SGB V) einen selbst verhandelten Versorgungszuschlag als zusätzliche Vergütungsoption aufzunehmen. Beide Seiten waren sich einig, dass das aktuelle verhandlungsbasierte System der Apothekengebühr erhebliche Hürden für die Branche schafft.

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Die Gespräche betonten zudem die Bedeutung der Stärkung lokaler Apotheken innerhalb des gesamten Gesundheitssystems. Laumann und Dr. Kuck unterstrichen, dass Apotheken eine faire Vergütung erhalten müssen, um ihre unverzichtbare Rolle in der Patientenversorgung langfristig zu sichern.

Der Besuch machte die finanziellen Belastungen der Apotheken und den Bedarf an klaren gesetzlichen Lösungen deutlich. Das Essener Logistikzentrum von Noweda versorgt unterdessen weiterhin tausende Apotheken täglich, während Branchenvertreter auf Reformen drängen, um eine gerechtere Bezahlung durchzusetzen. Die geplanten Änderungen im Sozialgesetzbuch V könnten einen Weg aufzeigen, um die anhaltenden Finanzierungsprobleme zu bewältigen.