NRW-Förderschulen am Limit: Personalmangel gefährdet Ganztagsbetreuung ab 2026
Lotta AlbrechtGEW-Umfrage zu Förderschulen in der Betreuung deckt gravierende Defizite auf - NRW-Förderschulen am Limit: Personalmangel gefährdet Ganztagsbetreuung ab 2026
Förderschulen in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit massivem Personalmangel – neue Ganztagsbetreuung verschärft die Krise
Die Förderschulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) stehen vor enormen Herausforderungen: Während ein neues Gesetz in Kraft tritt, fehlt es an ausreichend Fachkräften. Ab Sommer 2026 haben alle Erstklässler – auch an Förderschulen – einen gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Doch mit rund 1.100 unbesetzten Lehrerstellen warnen Schulen bereits jetzt vor schweren Engpässen.
Die Probleme zeigen sich bereits in Einrichtungen, die freiwillige Nachmittagsbetreuung anbieten. Viele können aufgrund von Personalmangel keine durchgehende Betreuung gewährleisten. Tatsächlich mussten 42 Prozent der NRW-Förderschulen mit verpflichtendem Ganztagsbetrieb mindestens eine Nachmittagsstunde pro Woche streichen oder ganz ausfallen lassen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert dringend Gegenmaßnahmen. Sie verlangt eine Ausweitung der Ausbildungsplätze für Sonderpädagog:innen und Fachlehrkräfte sowie mehr multiprofessionelle Teams und bessere räumliche Bedingungen. Langfristig soll der Ganztagsbetrieb an allen Förderschulen Standard werden – allerdings nur, wenn die nötigen Ressourcen bereitstehen.
Ein weiteres drängendes Problem ist der Platzmangel. Schon vor Inkrafttreten des Gesetzes 2026 reichen die Kapazitäten vieler Schulen nicht aus, um die aktuelle Nachfrage zu decken. Mit rund 500 Förderschulen im Land steht das System unter wachsendem Druck, während es sich auf die anstehenden Veränderungen vorbereitet.
Das Ganztagsgesetz ab 2026 bringt zwar mehr Rechte für Familien, doch die Schulen sind bereits jetzt am Limit. Ohne zusätzliche Lehrkräfte, Räume und Finanzmittel droht das System weiter zurückzufallen. Die GEW betont, dass sofortige Investitionen nötig sind, um Kürzungen bei der dringend benötigten Förderung für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf zu verhindern.






