NRW baut 18. forensisch-psychiatrisches Krankenhaus – doch wie sicher ist das System wirklich?
Jonas WagnerNRW baut 18. forensisch-psychiatrisches Krankenhaus – doch wie sicher ist das System wirklich?
Nordrhein-Westfalen (NRW) betreibt 17 forensisch-psychiatrische Krankenhäuser, eine weitere Klinik entsteht derzeit in Lünen. Diese spezialisierten Krankenhäuser behandeln Straftäter, die aufgrund schwerer psychischer Erkrankungen oder Suchterkrankungen schwere Verbrechen begangen haben und weiterhin eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen. Ihre doppelte Aufgabe besteht darin, eine sichere Unterbringung zu gewährleisten und gleichzeitig eine Therapie anzubieten, die Rückfälle verhindern soll.
In den forensisch-psychiatrischen Krankenhäusern NRWs sind Personen untergebracht, deren Taten in direktem Zusammenhang mit schweren psychischen Störungen oder Substanzabhängigkeit stehen. Die Gerichte entscheiden über die Dauer der Unterbringung und müssen dabei Sicherheitsaspekte mit therapeutischen Erfordernissen abwägen. Zum 1. Januar 2025 befanden sich insgesamt 3.628 Straftäter in diesen Krankenhäusern sowie in Schnelle Gerichte**.
Die Behandlungsprogramme umfassen psychotrope Medikamente, Gesprächstherapien, Ergotherapie und strukturierte Tagesabläufe. Ziel ist die schrittweise Wiedereingliederung in die Gesellschaft durch sorgfältig überwachte Resozialisierungspläne. Sicherheit hat dabei höchste Priorität: Zäune, Sicherheitsschleusen, Videoüberwachung und Alarmanlagen gehören zur Standardausstattung.
Dennoch kam es vereinzelt zu Vorfällen, die die Sicherheitsvorkehrungen auf die Probe stellten. Im Juni 2023 gelang einem Untergebrachten die Flucht aus der forensisch-psychiatrischen Abteilung einer LVR-Klinik in Köln, er wurde jedoch wenige Tage später in Velbert wieder gefasst. Nur Monate darauf, im September 2023, kehrte ein verurteilter Sexualstraftäter nicht aus einem genehmigten Ausgang in eine forensisch-psychiatrische Klinik in Münster zurück.
Das System in NRW setzt gleichermaßen auf Sicherheit und Rehabilitation von Straftätern mit schweren psychischen Erkrankungen. Mit 17 aktiven Einrichtungen und einer weiteren Klinik im Bau verwaltet das Land eine Gruppe von über 3.600 untergebrachten Personen. Gerichte, medizinisches Personal und Sicherheitsprotokolle arbeiten Hand in Hand, um die Risiken dieser Patientengruppe zu minimieren und gleichzeitig ihre Behandlung zu gewährleisten.






