04 April 2026, 12:04

New Yorks Aprilscherz-Umzug feiert 38 Jahre Satire und Medienkritik

Comic-Strip-Plakat mit der Überschrift "April Fools", das einen Cartoon-Mann und eine Cartoon-Frau in einem Gespräch vor einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken zeigt, wobei der Mann mit den Händen gestikuliert.

New Yorks Aprilscherz-Umzug feiert 38 Jahre Satire und Medienkritik

New Yorks jährlicher Aprilscherz-Umzug kehrt mit Satire und Spektakel zurück

Der alljährliche Aprilscherz-Umzug in New York wird in diesem Jahr wieder stattfinden – mit der gewohnten Mischung aus Spott und Schaulust. Der Organisator Joey Skaggs lädt die Medien erneut ein, die Realität zu hinterfragen, diesmal unter dem Motto "Was ist echt – und was nicht?" Die Veranstaltung, die in diesem Jahr ihr 38. Jubiläum feiert, verspricht wie seit 1986 humorvolle, aber scharfzüngige politische Kommentare.

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Der Umzug hat seinen Ursprung in Skaggs' langjähriger Tradition, aufwendige Scherze zu inszenieren. Monatlang sammelt er Zeitungsausschnitte und entwirft irreführende Pressemitteilungen, um Journalisten in die Falle zu locken. Sein Ziel ist klar: zu zeigen, wie leicht sich die Medien täuschen lassen – und gleichzeitig das Recht der Öffentlichkeit zu feiern, über die Mächtigen zu lachen.

Frühere Ausgaben boten skurrile Aktionen, von einem Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb bis zu einer Y2K-Apokalypse-Party. Skaggs versteht seine Streiche als Kunstform und nutzt Satire, um Machtstrukturen herauszufordern und Debatten anzustoßen.

Dass Medien am 1. April Scherze verbreiten, ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal von Skaggs. 1985 veröffentlichte Sports Illustrated eine erfundene Geschichte über Hayden "Sidd" Finch, ein angebliches Pitching-Wunderkind der New York Mets, das 270 km/h werfen konnte – ohne jemals Baseball gespielt zu haben. Später gab das Magazin den Scherz zu; sogar ein Fotograf hatte einen Freund als Finch engagiert. 1998 wiederum inszenierte David Bowie eine Party für ein erfundenes Verlagsprojekt, das fälschlich dem britischen Schriftsteller William Boyd zugeschrieben wurde – der jede Beteiligung dementierte.

Über die Jahrzehnte zog Skaggs' Umzug die Aufmerksamkeit großer Medien wie der New York Times, CNN und lokaler New Yorker Sender auf sich. Berichte und Aufnahmen vergangener Veranstaltungen sind bis heute online archiviert – von Google News über YouTube bis hin zu Skaggs' eigener Website, joeyskaggs.com.

In diesem Jahr rückt der Umzug erneut die Glaubwürdigkeit der Medien und die Skepsis der Öffentlichkeit in den Fokus. Mit dem Präsidenten an der Spitze des Zuges und Skaggs' typischem Schabernack wird ein Tag voller Lachen, Satire und provokanter Fragen zur Wahrheit in der modernen Welt erwartet. Die Veranstaltung beweist einmal mehr: Zumindest an diesem Tag hat die Narrheit ihre eigene Macht.

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