Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Führungskrise
Jonas WagnerNach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Führungskrise
Carsten Günther hat das Amt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Münster übernommen und damit eine Position besetzt, die vier Jahre lang unbesetzt blieb. Seine Ernennung folgt auf einen langwierigen Streit, der gerichtliche Auseinandersetzungen und eine parlamentarische Untersuchungskommission nach sich zog. Seit Ricarda Brandts 2021 in den Ruhestand ging, führte das Gericht keine ständige Leitung mehr.
Günthers juristische Laufbahn begann im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln. Später wirkte er am Verwaltungsgericht Düsseldorf und am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Zwischen 2007 und 2010 war er als Richter am Oberverwaltungsgericht Münster tätig, dem er nun vorsteht.
Im Laufe seiner Karriere absolvierte er zudem Abordnungen ins Bundesjustizministerium, in die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen sowie ins NRW-Justizministerium. Seine Ernennung erfolgt nach Jahren der Verzögerungen, die durch einen erbitterten Streit um die Präsidentschaft verursacht wurden – ein Konflikt, der in mehreren Gerichtsverfahren und einer parlamentarischen Untersuchung gipfelte.
In der Übergangszeit leiteten zwei Vizepräsidenten die Geschäfte des Gerichts. Sie verantworteten unter anderem das Verfahren zur Einstufung der Partei Alternative für Deutschland (AfD) als Prüffall. Günther übernahm das Amt schließlich im vergangenen Sommer und brachte damit Stabilität in die Institution.
Die vierjährige Vakanz am Oberverwaltungsgericht Münster ist nun mit Günthers Führung beendet. Seine umfangreiche Erfahrung in verschiedenen richterlichen Funktionen und Regierungspositionen bereitet ihn auf die vor ihm liegenden Aufgaben vor. Das Gericht kann nach Jahren der Unsicherheit nun unter einer dauerhaften Leitung in die Zukunft blicken.






