Nächtliche Bombenentschärfung in Ratingen: 2.300 Menschen müssen fliehen
Jonas WagnerNächtliche Bombenentschärfung in Ratingen: 2.300 Menschen müssen fliehen
Amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Ratingen entschärft
In der Nacht zum Dienstag wurde in Ratingen eine US-amerikanische Fliegerbombe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erfolgreich entschärft. Die Aktion zwang rund 2.300 Anwohner, darunter auch Bewohner von Pflegeheimen, zur Evakuierung, nachdem der 227 Kilogramm schwere Blindgänger im Stadtzentrum entdeckt worden war. Viele Geschäfte schlossen früher, da die Behörden große Teile der Fußgängerzone absperrten.
Die Entdeckung der nicht explodierten Bombe sorgte für sofortige Einschränkungen. Straßen wie der Hauser Ring und Zufahrten zum Sperrgebiet wurden gesperrt, Autofahrer mussten die Zone meiden. Die Evakuierung begann später als geplant, da es logistische Herausforderungen gab – insbesondere die Verlegung von Bewohnern aus zwei Pflegeheimen.
Etwa 400 Menschen, darunter viele Senioren, wurden aus Sicherheitsgründen ins Rathaus gebracht. Einige ältere Evakuierte litten unter der Belastung. Die 88-jährige Siegrid Dömke beschrieb die Unsicherheit als zutiefst beunruhigend. Einige ältere Personen brachen im Notquartier zusammen, erhielten aber vor Ort sofort medizinische Hilfe. Gegen 1.30 Uhr nachts konnten schließlich alle Pflegeheimbewohner in ihre Zimmer zurückkehren. Am Dienstagmorgen wurde das Frühstück länger als üblich angeboten, um den unruhigen Nachtverlauf auszugleichen. Die Bombe wurde schließlich ohne weitere Zwischenfälle unschädlich gemacht, sodass die Stadt allmählich zur Normalität zurückkehren konnte.
Die Entschärfungsaktion verlief erfolgreich, die Straßensperren wurden aufgehoben, und die evakuierten Anwohner durften in ihre Häuser zurück. Die betroffenen Geschäfte in der Fußgängerzone, die vorsorglich früher geschlossen hatten, sollten wie gewohnt wieder öffnen. Die Behörden bestätigten, dass es keine schweren Verletzungen gab – doch das Ereignis hinterließ in der Gemeinschaft vorerst eine spürbare Unruhe.






