Nach 85 Jahren: Kölns Großmarkt schließt

Admin User
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Ein belebter Einkaufsmarkt mit Menschen vor einem Einkaufszentrum, einem schwarzen Pfahl mit Lichtern, einem Fahrrad neben dem Pfahl und einem Richtungsschild an der Wand.

Nach 85 Jahren: Kölns Großmarkt schließt

Nach 85 Jahren Betrieb schließt der Kölner Großmarkt im Stadtteil Raderberg seine Tore. Die Schließung erfolgt, um Platz für das neue Wohngebiet Parkstadt Süd zu machen. Die Händler stehen nun vor der Herausforderung, bis Jahresende alternative Standorte zu finden.

Die Schließung des Marktes wurde bekannt gegeben, nachdem die Stadt alle Unternehmen aufgefordert hatte, die Räumlichkeiten bis Dezember zu verlassen. Eine Gruppe von Händlern, angeführt von Nevzat Taşkıran – Geschäftsführer von Birkenheyer und langjähriger Marktteilnehmer – versuchte, einen gemeinsamen Umzug zu organisieren. Doch viele zögerten, sich zu verpflichten, sodass die Initiative scheiterte.

Als Teillösung sicherten sich einige Händler ein Lager auf der rechten Rheinseite. Doch der neue Standort wird nur ein begrenztes Sortiment bieten. Händler und Gastronomen müssen künftig quer durch Köln fahren, um ihre Vorräte vollständig aufzufüllen. Frühere Versuche, einen neuen Großmarkt in der Stadt zu etablieren, waren gescheitert. Investoren zeigten wenig Interesse, und die Pläne wurden schließlich zurückgestuft. Die Rhein-Galerie in Ludwigshafen, ein Einkaufszentrum am rechten Rheinufer, eröffnete zwar im September 2010, ersetzte den Großmarkt jedoch nicht.

Die Schließung markiert das Ende einer Ära für den Kölner Großhandel. Ohne vollständigen Ersatz in Sicht müssen sich die Unternehmen an zersplitterte Lieferketten anpassen. Auf dem Gelände entsteht bald Parkstadt Süd, ein neues Wohnviertel.