26 January 2026, 12:07

Münsters radikaler Verkehrsumbau: Wie die Grünen die Stadt autofrei machen wollen

Eine Straße in Amsterdam mit parkenden Fahrrädern, fahrenden Fahrzeugen, Gebäuden mit Fenstern, Schildern auf Pfählen, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

Münsters radikaler Verkehrsumbau: Wie die Grünen die Stadt autofrei machen wollen

Münster steht vor einem radikalen Umbau seines Verkehrssystems – unter der Führung des neuen Oberbürgermeisters der Grünen. Der "Mobilitätsmasterplan 2035" zielt darauf ab, den Autoverkehr zu reduzieren und stattdessen Radfahren, Zu-Fuß-Gehen und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Die Veränderungen werden Millionen kosten und das Mobilitätsverhalten der Bürger grundlegend verändern.

Kritiker werfen den Plänen vor, Autofahrer unfair zu benachteiligen, während Befürworter betonen, dass die Straßen dadurch sicherer und sauberer werden.

Das Radwegenetz der Stadt soll um 100 Kilometer erweitert werden – zu Kosten von rund 50 Millionen Euro. Mehr Straßen werden zu grünen Straßen umgewandelt, auf denen Radfahrer Vorrang haben, und zusätzliche Busspuren sollen den öffentlichen Verkehr beschleunigen. Das Ziel des Oberbürgermeisters: Gehen, Radfahren und Busfahren sollen schneller und sicherer werden als Autofahren.

Auch die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden in weiten Teilen Münsters gesenkt. Die gesamte Innenstadt soll zur Tempo-30-Zone werden und damit das bisherige Flickwerk aus 30er- und 50er-Abschnitten ersetzen. Autofahrer klagen bereits über verwirrende Geschwindigkeitswechsel, die manchmal alle paar hundert Meter auf derselben Straße wechseln. Durchgangsverkehr und schwere Lkw werden in einigen Außenbezirken eingeschränkt. Parkplätze werden abgebaut, um mehr Menschen zum Umstieg auf Fahrrad und Bus zu bewegen.

Die CDU-Opposition kritisiert die Politik der Grünen-SPD-Koalition scharf und bezeichnet sie als "Angriff auf die Autofahrer". Sie warnt, dass eine Verdrängung des Autos Wirtschaft und Bürger treffen werde, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind. Der Plan wurde von einer Mehrheit aus Grünen, SPD und Volt im Stadtrat beschlossen. Doch mit Beginn der Bauarbeiten für die neue Infrastruktur sind hitzige Diskussionen zu erwarten.

Der Mobilitätsmasterplan verspricht ein "klimaneutrales und stadtverträgliches" Verkehrssystem mit Fokus auf Sicherheit, Gesundheit und Barrierefreiheit für alle.

Die Umstellungen werden in den nächsten zehn Jahren schrittweise umgesetzt, wobei Radverkehr und öffentlicher Nahverkehr die größten Investitionen erhalten. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen sinken, Parkflächen werden reduziert, und auf einigen Straßen wird der Durchgangsverkehr gesperrt. Die grün-rot-gelbe Mehrheit im Stadtrat steht hinter dem Plan, doch Widerstand von CDU und FDP lässt weitere Konflikte erwarten.

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