Mona Neubaur würdigt Collien Fernandes' Kampf gegen Deepfake-Pornografie
Miriam KönigMona Neubaur würdigt Collien Fernandes' Kampf gegen Deepfake-Pornografie
Mona Neubaur hat die Schauspielerin Collien Fernandes für ihr öffentliches Engagement gegen Deepfake-Pornografie gelobt. Bei einer kürzlichen Veranstaltung bezeichnete Neubaur Fernandes als mutige Persönlichkeit, deren Handeln anderen Frauen den Schritt in die Öffentlichkeit erleichtere. Der Fall hat die Forderungen nach schärferen Gesetzen zur Bekämpfung digitaler Gewalt neu entfacht.
Fernandes wurde 2023 Opfer von Deepfake-Missbrauch, als ihr Bild in explizite Videos manipuliert und online verbreitet wurde. Der Vorfall ereignete sich in Madrid und veranlasste die spanischen Behörden, auf Grundlage neuer Rechtsvorschriften zu handeln. Die Staatsanwaltschaft erhob Anfang 2024 Anklage gegen die Täter, was 2025 zu einem richtungsweisenden Urteil führte: zwei Jahre Haft und 50.000 Euro Schadensersatz.
Spanien hat in den letzten Jahren sein rechtliches Instrumentarium gegen digitale Gewalt gestärkt. Das 2022 verabschiedete "Nur ein Ja heißt Ja"-Gesetz stellte die nicht einvernehmliche Verbreitung intimer Aufnahmen – einschließlich Deepfakes – unter Strafe, mit Haftstrafen von bis zu vier Jahren. Weitere Reformen 2023 und 2024 erweiterten die Cyberkriminalitätsbestimmungen und verpflichteten Plattformen, schädliche Deepfake-Inhalte innerhalb von 24 Stunden zu löschen. Der Fall Fernandes war einer der ersten prominenten Anwendungsfälle dieser Gesetze.
Neubaur kritisierte die zögerliche Rechtsreform in anderen Ländern. Deepfakes seien längst kein Nischenthema mehr, sondern eine flächendeckende Bedrohung, warnte sie. Angesichts der Lücken in der aktuellen Gesetzgebung forderte sie spezialisierte Gerichte für Sexualstraftaten und eine gleichberechtigte Ahndung von digitaler und physischer Gewalt.
Das Urteil im Fall Fernandes setzt ein wichtiges Zeichen im spanischen Kampf gegen digitale Gewalt. Neubauers Äußerungen unterstreichen die Dringlichkeit umfassender Rechtsreformen, um Deepfakes wirksam zu bekämpfen. Ohne strengere Maßnahmen, so ihre Argumentation, würden Opfer weiterhin auf massive Hürden bei der Suche nach Gerechtigkeit stoßen.






