Moers bewahrt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Bürgermeisterin als Schirmherrin
Anna FuchsMoers bewahrt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Bürgermeisterin als Schirmherrin
Bürgermeisterin Julia Zupancic hat die Schirmherrschaft über die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers übernommen. Bei einem jüngsten Treffen mit dem Vorstand der Organisation bekräftigte sie ihr Engagement für die Bewahrung der jüdischen Geschichte der Stadt und den Kampf gegen Antisemitismus.
Die Gesellschaft stellte zudem eine neue Broschüre mit dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" vor, die die wenigen verbleibenden Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit Moers' dokumentiert und die frühe Geschichte der Gemeinde beleuchtet.
Das Treffen markierte den offiziellen Beginn von Zupancics Rolle als Schirmherrin. Sie betonte die Bedeutung, sich an das jüdische Leben in Moers zu erinnern und sich aktiv gegen Antisemitismus einzusetzen. Ihr Engagement knüpft an jahrelange Arbeit der Gesellschaft an, die den Dialog zwischen christlichen und jüdischen Gemeinden fördert.
Vorstandsmitglieder präsentierten die neueste Veröffentlichung "Spuren jüdischen Lebens", eine Broschüre, die das jüdische Erbe der Stadt detailliert aufarbeitet. Exemplare sind ab sofort für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen in Moers erhältlich. Die Schrift konzentriert sich auf die wenigen noch sichtbaren Spuren und bietet einen Einblick in die Geschichte der Gemeinde, die fast in Vergessenheit geriet.
Martin Behnisch-Wittig, der evangelische Vorsitzende des Vereins, beschrieb das organische Wachstum der Gesellschaft aus lokalen Wurzeln heraus. Er verwies auf ihre starken überregionalen Verbindungen, die dazu beitrugen, die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille nach Moers zu bringen. Zu den früheren Preisträgern zählen Heinz Kremers und Nikolaus Schneider, die beide für ihr Engagement in der christlich-jüdischen Verständigung ausgezeichnet wurden.
Die Einbindung jüngerer Generationen bleibt ein zentrales Anliegen der Gesellschaft. Regelmäßige Kooperationen mit örtlichen Schulen sorgen dafür, dass die jüdische Geschichte der Stadt und die Ziele des Vereins neue Zielgruppen erreichen.
Die Veröffentlichung der Broschüre und die Schirmherrschaft der Bürgermeisterin unterstreichen die erneuerten Bemühungen, das jüdische Erbe Moers' lebendig zu halten. "Spuren jüdischen Lebens" bietet Anwohnern und Besuchern eine greifbare Informationsquelle. Gleichzeitig setzt die Gesellschaft ihre Arbeit in Bildung und Dialog fort und baut auf Jahrzehnte interreligiöser Zusammenarbeit auf.






