22 January 2026, 14:07

Milliardenprojekt in NRW: Eines der größten Rechenzentren Deutschlands entsteht zwischen Hamm und Lippetal

Ein großes Gebäude mit zahlreichen Fenstern, als Kraftwerk durch Beschilderung identifiziert, umgeben von Straßeninfrastruktur, Fahrzeugen, Grünflächen und einem bewölkten Himmel.

Milliardenprojekt in NRW: Eines der größten Rechenzentren Deutschlands entsteht zwischen Hamm und Lippetal

In Nordrhein-Westfalen nimmt ein großes Rechenzentrumsprojekt Gestalt an: Auf einem 27 Hektar umfassenden Gelände zwischen Hamm und Lippetal soll eine der größten IT-Infrastrukturinvestitionen Deutschlands entstehen. Die Industriegebiet Westfalen GmbH, ein gemeinsames Unternehmen beider Kommunen, hat mit dem US-Investor Blackstone und dem Rechenzentrumsbetreiber QTS einen bedingten Kaufvertrag für die Entwicklung unterzeichnet. Vorbehaltlich der finalen Genehmigungen könnte das Vorhaben Realität werden.

Das Projekt sieht eine Investition von vier Milliarden Euro durch Blackstone vor; Mieter könnten weitere vier bis acht Milliarden Euro beisteuern. Damit würden vor Ort etwa 100 spezialisierte Arbeitsplätze entstehen, in der Region zusätzlich bis zu 600 weitere. Bei Fertigstellung würde das Rechenzentrum eine IT-Leistung von 200 Megawatt bieten – und damit zu den leistungsstärksten des Landes zählen.

Das Areal umfasst insgesamt 42 Hektar, wovon das Rechenzentrum etwa zwei Drittel einnehmen soll. Als Energiequelle dient Ökostrom aus der nahegelegenen Amprion-Hochspannungsleitung, was den Nachhaltigkeitszielen des Projekts entspricht. Bei planmäßigem Verlauf könnten die ersten Betriebsteile ab 2030 ans Netz gehen.

Die öffentliche Planung läuft bereits, wobei Bürgerfeedback einbezogen wird. Lippetals Bürgermeister Tobias Nillies betonte die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit der beiden Kommunen sowie einer transparenten Einbindung der Öffentlichkeit. James Seppala von Blackstone zeigte sich begeistert über die Expansion von Rechenzentrumsstandorten in Deutschland und die Kooperation mit lokalen Akteuren.

Für Hamms Bürgermeister Marc Herter steht das Projekt für regionale Innovationskraft und einen Schritt in die digitale Zukunft. Sollte es umgesetzt werden, wäre es eine der größten Einzelinvestitionen in Nordrhein-Westfalen.

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Ob das Vorhaben tatsächlich realisiert wird, hängt nun von den finalen Genehmigungen und Investitionsentscheidungen ab. Bei Erfolg könnte das Rechenzentrum Maßstäbe für großflächige IT-Infrastruktur in Deutschland setzen. Die Kommunen, Entwickler und Investoren warten nun auf die nächsten Schritte in Planung und behördlicher Prüfung.