24 February 2026, 22:28

Menden enthüllt Mahnmal für ermordete Sinti und Roma der NS-Zeit

Eine große Anzahl von rechteckigen Betonplatten in verschiedenen Höhen, die in einem Gittermuster auf einem geneigten Feld angeordnet sind, mit einer bedrückenden Atmosphäre.

Menden enthüllt Mahnmal für ermordete Sinti und Roma der NS-Zeit

Neues Mahnmal in Menden ehrt ermordete Sinti und Roma der NS-Zeit

Die offizielle Einweihung des Denkmals findet am Montag, dem 9. März 2026, im Rahmen der Feierlichkeiten zum 750-jährigen Stadtjubiläum Mendens statt. Die Initiative folgt jahrelangen öffentlichen Forderungen nach Anerkennung, darunter eine Bürgerpetition, die eine solche Würdigung einfordert.

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Die Gedenkfeier beginnt um 17:00 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Vinzenz-Kirche. Pastor Jürgen Senkbeil wird die Veranstaltung leiten, unterstützt von Schülern der lokalen Initiative augen auf! sowie Viertklässlern der Anne-Frank-Grundschule. Im Anschluss zieht die Versammlung zum Kirchenvorplatz, wo die feierliche Enthüllung des Mahnmals stattfindet.

Bürgermeisterin Manuela Schmidt wird die Veranstaltung eröffnen und das Denkmal als wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur Mendens bezeichnen. Als Ehrengast wird Dr. Bernd Schulte, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens, anwesend sein und Grußworte der Landesregierung überbringen.

Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, wird eine Rede halten. Darin wird er die Verfolgung von einer halben Million Sinti und Roma während der NS-Diktatur thematisieren – darunter die Deportation von 46 Mendener Bürgern nach Auschwitz-Birkenau. Zu den Opfern zählten sechs Kinder, die den grausamen Experimenten des Lagerarztes Josef Mengele ausgesetzt waren. Viele der Ermordeten waren Mütter mit 23 kleinen Kindern.

Der 9. März wird künftig als jährlicher Gedenktag an die Verbrechen gegen Sinti und Roma begangen. Das Mendener Mahnmal reiht sich ein in aktuelle Initiativen in Hagen (Oktober 2024), Mönchengladbach (November 2025) und Wuppertal (Januar 2026), wo in den vergangenen zwei Jahren ähnliche Denkmäler enthüllt wurden.

Das Mahnmal steht als dauerhafte Erinnerung an die 46 Sinti aus Menden, die im Holocaust ihr Leben verloren. Künftige Gedenkveranstaltungen am 9. März sollen sicherstellen, dass ihre Schicksale im kollektiven Gedächtnis der Stadt lebendig bleiben. Das Projekt spiegelt zudem die bundesweiten Bemühungen Nordrhein-Westfalens wider, dieses dunkle Kapitel der Geschichte aufzuarbeiten.