14 March 2026, 12:03

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein Schwarz-Weiß-Porträt von Carl Graf Bruhl, einem General des Deutschen Reichs in einem mit Medaillen verzierten Mantel, mit Text auf einem Papier unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, eine führende belarussische Oppositionsfigur, hat in der Krönungshalle zu Aachen den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für demokratische Rechte und freie Wahlen in Belarus. Die Ehrung nahm sie am Samstag entgegen – fast drei Jahre, nachdem sie erstmals als Preisträgerin benannt worden war, während sie noch in Haft saß.

In diesem Jahr teilte sich Kolesnikowa die Auszeichnung mit Mario Draghi, dem ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsidenten. Zu den früheren Trägern des Karlspreises zählen Persönlichkeiten wie Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton, die sich um Europa verdient gemacht haben.

Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen den autoritären Machthaber Belarus', Alexander Lukaschenko, zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt worden. Trotz ihrer Inhaftierung hatte sie das Karlspreis-Komitee 2022 als "kraftvolles Zeichen der Solidarität" zur Preisträgerin ernannt. Bis Dezember 2025 blieb sie hinter Gittern, bis Lukaschenkos Regime sie gemeinsam mit 122 weiteren politischen Gefangenen freiließ.

Nach ihrer Entlassung erhielt Kolesnikowa in Deutschland politisches Asyl. Ihre Freilassung erfolgte vor dem Hintergrund sich verändernder regionaler Dynamiken, darunter der anhaltende Krieg in der Ukraine. Seitdem sucht Belarus diplomatische Öffnungen – etwa durch Lockerung US-amerikanischer Sanktionen, die Stärkung der Beziehungen zu China und Annäherungen an die Taliban. Dennoch kritisiert die UN Minsk weiterhin wegen Unterdrückung, erzwungener Exile und digitaler Zensur.

Obwohl Lukaschenkos Regierung die Protestbewegung nach 2020 für beendet erklärte, bleiben Oppositionsfiguren wie Swjatlana Zichanouskaja aus dem Exil heraus aktiv. Sichtbare öffentliche Demonstrationen innerhalb Belarus' haben jedoch nicht wieder eingesetzt.

Die Karlspreis-Verleihung in Aachen markiert Kolesnikowas ersten großen öffentlichen Auftritt seit ihrer Freilassung. Die Auszeichnung fällt in eine Zeit, in der Belarus diplomatische Annäherungsversuche mit anhaltender Unterdrückung innerer Opposition verbindet. Der Preis unterstreicht ihre fortgesetzte Rolle im Kampf für demokratischen Wandel im Land.

Quelle