Marco Bülow – der linke Rebell aus Dortmund stirbt mit 54 Jahren
Marco Bülow, langjähriger linker Politiker, ist im Alter von 54 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Bekannt für seine scharfe Kritik an Lobbyeinfluss, verbrachte er fast zwei Jahrzehnte als SPD-Abgeordneter für Dortmund im Bundestag. Seine Karriere nahm eine abrupten Wendung, als er die Partei 2019 verließ – seither kämpfte er vergeblich um politischen Einfluss, bevor er im Januar 2023 starb.
Bülow zog 1998 erstmals in den Bundestag ein, nachdem er das Direktmandat für die SPD in Dortmund gewonnen hatte. Sein sicherer Wahlkreis gab ihm mehr Spielraum, Parteilinien infrage zu stellen, als vielen Kollegen. Mit der Zeit wurde er als "ewiger linker Rebell" bekannt, der immer wieder mit der SPD-Führung aneckte – besonders während der Jahre der Großen Koalition.
Bis 2007 häuften sich seine öffentlichen Kritikpunkte. Er erklärte, die Parteipolitik nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren zu können, blieb aber noch ein weiteres Jahrzehnt SPD-Mitglied. 2019 trat er schließlich aus und prangerte an, die Partei habe eine "ausgehöhlte Verantwortungsethik" und mangle an Prinzipien.
Nach seinem Austritt schloss sich Bülow 2020 der Satirepartei Die PARTEI an. Sein Versuch, bei der Bundestagswahl 2021 das Dortmunder Direktmandat zu verteidigen, scheiterte mit knapp unter neun Prozent der Erststimmen. Der Wahlkreis ging stattdessen an den SPD-Kandidaten Jens Peick – das Ende von Bülows parlamentarischer Laufbahn. Kurze Zeit später zog er sich aus der aktiven Politik zurück.
Sein Tod 2023 beendet eine politische Karriere, die von Widerspenstigkeit und Überzeugung geprägt war. Zwar blieb ihm in den späteren Jahren der Wahlerfolg versagt, doch seine Kritik an Lobbyismus und seine Forderungen nach ökosozialer Reform hinterließen Spuren in der deutschen Linken. Sein ehemaliger Wahlkreis hat sich seit seinem Abschied politisch kaum verändert.






