13 March 2026, 14:03

Machtkampf im Kfz-Handwerk: Warum ZDK und ZVK vor Gericht stehen

Die BMW-Zentrale in Frankfurt, Deutschland, ein großes Gebäude mit Glaswänden und -türen, mit Menschen, die auf der Straße davor gehen und einem Baum auf der linken Seite.

Machtkampf im Kfz-Handwerk: Warum ZDK und ZVK vor Gericht stehen

Die Spannungen zwischen dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZVK) haben sich nach umfassenden Reformen zu Beginn des Jahres 2024 weiter zugespitzt. Der Konflikt erreichte im Oktober 2025 seinen Höhepunkt, als der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK erhob und damit eine juristische Auseinandersetzung auslöste. Hinter dem Streit stehen jedoch tiefgreifendere Meinungsverschiedenheiten über Struktur, Transparenz und die Zukunft der Interessenvertretung in der Branche.

Der ZDK führte im Januar 2024 satzungsgemäße Reformen ein, mit dem Ziel, mehr Transparenz zu schaffen und die Realitäten des Kfz-Handwerks besser abzubilden. Nach den neuen Regeln haben Ausschüsse nun nur noch beratende Funktion, während die Sprecherrechte zentralisiert wurden. Personalentscheidungen wurden zudem auf die Mitgliederversammlung verlagert, wobei mindestens ein Sitz für die Handwerksführung reserviert ist. Die Änderungen markieren einen deutlichen Bruch mit früheren Gepflogenheiten, darunter das Ende gemeinsamer Personalstrukturen in den Gremien und eine strikte Trennung vom ZVK.

Die Reformen erfolgten zu einem Zeitpunkt, an dem das Verhältnis zwischen den beiden Verbänden bereits belastet war. Zwar hatte der Streit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen weitgehend an rechtlicher Brisanz verloren, doch andere ungelöste Konflikte blieben bestehen. Um eine weitere Zersplitterung zu verhindern, schuf der ZDK direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten, um sie an den Hauptsitz in Bonn zu binden. Zudem versprach der Verband, in betroffenen Regionen stärker präsent zu sein und vor Ort die Folgen eines möglichen Austritts für lokale Betriebe zu erläutern.

Trotz des Konflikts hat der ZDK dem ZVK die Tür für eine erneute Zusammenarbeit offen gehalten – unter der Bedingung, dass dieser die neuen Strukturen akzeptiert. Bisher wurden seit Inkrafttreten der Reformen jedoch keine nennenswerten Veränderungen in der Kommunikation oder Entscheidungsfindung mit den Mitgliedsunternehmen gemeldet.

Die Reformen des ZDK haben dessen Governance grundlegend umgestaltet, die Bindungen zum ZVK gekappt und die Kontrolle über zentrale Prozesse gestärkt. Die rechtlichen Auseinandersetzungen um die Mitgliedsbeiträge dauern zwar an, doch rückt nun die Frage in den Fokus, ob sich der ZVK dem neuen Rahmen anpassen wird. Der Verband setzt unterdessen auf regionale Vernetzung und klarere Mitgliedschaftsregeln, um seine Position zu festigen.

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