21 February 2026, 16:07

Louis Klamroths "ard live": Warum die ARD trotz sinkender Folgen an ihm festhält

Eine Konferenzszene mit Sitzplätzen, die einer Bühne zugewandt sind, auf der eine Diskussion zwischen Medienvertretern und Besitzern stattfindet, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Louis Klamroths "ard live": Warum die ARD trotz sinkender Folgen an ihm festhält

Louis Klamroths Zeit als Moderator von "ard live" ist von einem stetigen Rückgang der Sendungen geprägt. 2024 präsentierte er noch 30 Folgen, doch die ARD kürzte die Zahl 2025 auf 20 – für 2026 und 2027 sind jeweils nur noch 15 geplant. Trotz der Reduzierung hält der Sender weiterhin an dem 36-Jährigen fest, was Fragen zur langfristigen Strategie für die Hauptsendezeit aufwirft.

Klamroths Moderationsstil stößt auf geteilte Reaktionen. Oft agiert er wie ein Staatsanwalt, drängt Gäste mit Ja-Nein-Fragen zu komplexen Themen und deckt so zwar Widersprüche auf, frustriert das Publikum aber, wenn er Diskussionen gerade dann abbricht, wenn sie spannend werden. Bei einer Sendedauer von 75 Minuten gibt es kaum eine Entschuldigung für solche Unterbrechungen.

Einige Folgen ragten heraus, etwa die Debatte über Bürgerproteste im Januar 2024 oder die Diskussion zur Wohnungsnot im Mai desselben Jahres. Doch seine Vorliebe, unerfahrene Gäste einzuladen – zwar erfrischend –, führt mitunter zu klischeehaften Antworten unter Studiostress. Ein bemerkenswerter Moment ereignete sich im September 2025, als Kanzleramtsminister Thorsten Frei gelassen auf Klamroths anmaßenden Ausbruch während einer Sozialstaatsdebatte reagierte.

Die ARD-Entscheidung, die Anzahl der Folgen zu verringern, Klamroth aber zu behalten, deutet auf mangelnde Alternativen im eigenen Haus hin. Seine Produktionsfirma Florida Factual erhielt Aufträge für kleinere Online-Formate – möglicherweise als eine Art Ausgleich. Beobachter meinen, mit mehr Erfahrung könnte er sich noch zu einem stärkeren Moderator entwickeln.

Die Zukunft der Sendung unter Klamroth bleibt ungewiss, zumal die Zahl der Folgen jährlich sinkt. Sein konfrontativer Stil und die Gästeauswahl verleihen dem Format zwar Schwung, sorgen aber auch für Unbeständigkeit. Dass die ARD ihn weiterhin unterstützt, scheint weniger ein volles Vertrauensvotum als vielmehr ein Zeichen dafür zu sein, dass es an sofortigen Nachfolgern mangelt.

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