31 May 2026, 12:02

Lolas 2024: Triumph für In die Sonne sehen und peinliche Eklats in Berlin

Die Moral hat sich nicht viel verändert

Lolas 2024: Triumph für In die Sonne sehen und peinliche Eklats in Berlin

Die Deutschen Filmpreise, besser bekannt als die Lolas, feierten das Kino mit einer Mischung aus Triumphen und peinlichen Momenten. Masha Schilinskis In die Sonne sehen dominierte den Abend und gewann zehn Auszeichnungen, darunter den Hauptpreis. Doch die Verleihung entwickelte sich auch zu einer Bühne für Debatten über Politik, künstlerische Freiheit und das Verhältnis der Branche zur Macht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Abend begann mit prominenten Siegen. Schilinskis Film räumte die meisten Preise ab und beendete die Show auf einem triumphalen Höhepunkt. Zuvor hatte Gelbe Briefe – produziert von Ingo Fliess – zwei Lolas erhalten und damit seinen Goldenen Bären von der Berlinale ergänzt. Fliess nutzte die Gelegenheit, um Deutschlands künstlerische Freiheit zu loben, kritisierte jedoch gleichzeitig die Kulturstaatsministerin für ihre Handhabung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

Regisseur Leander Haussmann sorgte dann für unfreiwillige Aufmerksamkeit. Bei der Vergabe des Preises für den besten Hauptdarsteller sprach er den Namen von İlker Çatak wiederholt falsch aus – ein unangenehmer Moment. Später reflektierte der Ehrenpreisträger Wim Wenders über sich wandelnde moralische Maßstäbe und gestand, dass er heute keine Nacktszene mit einer 13-Jährigen mehr drehen würde. Er forderte einen offenen Dialog über die ethischen Fragen, die sich im Filmemachen stellen.

Die Verleihung offenbarten auch generationelle und kulturelle Spannungen. Wolfram Weimer, als „letzter alter weißer Mann“ des Abends bezeichnet, hielt eine Rede, die die Themen des Abends ignorierte und jede Selbstreflexion vermissen ließ. Im Anschluss beschwerte er sich bei der Akademiepräsidentin über andere Redner – und unterstrich damit den Eindruck, dass die Kulturstaatsministerin weiterhin wenig Bezug zu den Anliegen der Kulturszene hat.

Die eindrucksvollsten Reden des Abends kamen oft von Frauen, doch ihre Beiträge wurden von den Kontroversen um männliche Protagonisten überschattet.

Die Lolas ehrten herausragende Filmkunst, legten aber auch tiefere Gräben in der Branche offen. Schilinskis Erfolg und Fliess’ politische Kritik standen neben Momenten, die die anhaltenden Debatten über Repräsentation und Machtverhältnisse unterstrichen. Die Veranstaltung hinterließ klare Fragen, wie sich die deutsche Filmelandschaft mit ihren eigenen Widersprüchen auseinandersetzt.

Quelle