Kölns radikaler Plan gegen Drogen: Mehr Hilfe, härtere Kontrollen und ein neues Zentrum
Jonas WagnerKölns radikaler Plan gegen Drogen: Mehr Hilfe, härtere Kontrollen und ein neues Zentrum
Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester hat einen stadtweiten Aktionsplan vorgestellt, um die Drogenprobleme in besonders betroffenen Gebieten zu bekämpfen. Das Konzept sieht verschärfte Polizeikontrollen, den Ausbau von Hilfsangeboten und eine Reform des bundesweiten Drogenrechts vor. Burmester kritisiert, dass die aktuelle Politik die mit Sucht verbundene Kriminalität nicht wirksam eindämme.
Kernstück des Plans ist ein neues Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel zwischen Perlengraben und Wilhelm-Hoßdorf-Straße. Die Einrichtung soll das bestehende Angebot am Neumarkt ersetzen und rund um die Uhr Dienstleistungen anbieten – darunter kontrollierten Drogenkonsum, Beratung und medizinische Grundversorgung. Doch bereits jetzt formiert sich Widerstand aus der Nachbarschaft.
Burmester setzt sich zudem für einen Kurswechsel in der nationalen Drogenpolitik ein. Er fordert, den Kleinhandel mit Substanzen innerhalb von Suchthilfeeinrichtungen zu legalisieren, um den Straßenhandel und damit verbundene Straftaten einzudämmen. Der Oberbürgermeister hat bereits Gespräche mit anderen Großstädten wie Düsseldorf aufgenommen, um für seine Idee zu werben.
Parallel dazu wird Köln die Polizei- und Ordnungsdienstpräsenz verstärken, um in öffentlichen Räumen eine Null-Toleranz-Strategie durchzusetzen. Ziel ist es, offenen Drogenkonsum und -handel – insbesondere in Brennpunkten wie dem Neumarkt – zu unterbinden. Burmester betont, dass das reine Verbot Beschaffungskriminalität verschärft habe, da Abhängige gezwungen seien, ihre Sucht durch illegale Aktivitäten zu finanzieren.
Die Vorschläge des Oberbürgermeisters markieren einen deutlichen Richtungswechsel in der Kölner Drogenpolitik. Sollte der Plan umgesetzt werden, könnten das neue Zentrum und die strengere Kontrolle das städtische Vorgehen gegen Sucht und öffentliche Sicherheit neu prägen. Ob der Ansatz gelingt, hängt jedoch auch davon ab, ob andere Städte und der Bund Burmesters Reformforderungen unterstützen.






