Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Lotta AlbrechtEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Kölner Dom könnte erstmals in seiner Geschichte Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom, der jährlich sechs Millionen Besucher anzieht, steht vor wachsenden finanziellen Herausforderungen. Doch Pläne für eine kostenpflichtige Besichtigung stoßen bereits jetzt auf heftigen Widerstand – sowohl in der Bevölkerung als auch bei ehemaligen Verantwortlichen.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat sich deutlich gegen die geplante Gebühr ausgesprochen. Sie betont, die Kathedrale stehe für ein "missionarisches Angebot der Kirche", das alle Menschen im Namen Gottes willkommen heißen solle. Eine Eintrittsgebühr, warnt sie, könnte den Dom zu einem Museum degradieren – statt zu einem Ort offener Andacht.
Der Dom, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, besitzt eine tiefe kulturelle und religiöse Bedeutung. Schock-Werner unterstreicht, für viele sei Köln "fast gleichbedeutend mit dem Dom" – der freie Zugang gehöre damit zur Identität der Stadt. Die Idee, den Eintritt auf Zahlungskräftige zu beschränken, nennt sie "sehr problematisch" und befürchtet, dass einkommensschwächere Besucher ausgeschlossen werden könnten.
In den vergangenen fünf Jahren haben ähnliche Preiserhöhungen an anderen großen deutschen Sehenswürdigkeiten – wie etwa Schloss Neuschwanstein 2024 – für Aufruhr gesorgt. Petitionen, Proteste und Medienkritik thematisierten die Sorge um Zugänglichkeit, während Befürworter höhere Kosten für dringend notwendige Instandhaltungsmaßnahmen halten. Die Kölner Verantwortlichen haben zwar noch keinen endgültigen Preis festgelegt, planen die Einführung der Gebühr aber für die zweite Jahreshälfte.
Die Debatte um das Eintrittsgeld für den Kölner Dom spiegelt den grundsätzlichen Konflikt zwischen Denkmalschutz und öffentlichem Zugang wider. Während die finanziellen Belastungen steigen, bestehen Kritiker darauf, dass die Kathedrale für alle offen bleiben muss. Eine Entscheidung über die genauen Kosten wird in den kommenden Monaten erwartet, die Umsetzung könnte noch vor Ende 2026 erfolgen.