17 January 2026, 13:42

Kirchenpräsident warnt vor gefährlicher Vermischung von Religion und rechtem Populismus

Ein Plakat mit einem Zitat von Präsident Joe Biden über die Wiederherstellung der Seele des Landes, den Wiederaufbau der Mittelschicht und die Einheit des Landes.

Präses Latzel warnt vor politischer Missbrauch des Glaubens - Kirchenpräsident warnt vor gefährlicher Vermischung von Religion und rechtem Populismus

Thorsten Latzel, Präsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, hat sich gegen die zunehmende Vermischung von Religion und Politik ausgesprochen. In jüngsten Stellungnahmen kritisierte er nationalistische Bewegungen und die Militarisierung der öffentlichen Debatte. Seine Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der die Sorge über den wachsenden Einfluss rechtsextremer Kräfte in Deutschland und den USA steigt.

Latzel verurteilte die Instrumentalisierung christlicher Glaubenssätze zur Rechtfertigung politischer Agenden. Er argumentierte, dass weder Imperialismus noch Nationalismus mit den Lehren des Christentums vereinbar seien. Explizit wies er die Behauptung zurück, Jesus unterstütze irgendwelche nationalistischen Ideologien.

Der Kirchenvertreter richtete sich auch gegen die Unterstützung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump durch evangelikale Kreise. Trumps Selbstinszenierung als "messianischer Retter" bezeichnete er als grundlegend unvereinbar mit christlichen Werten. Zudem kritisierte Latzel den US-Vizepräsidenten JD Vance, dem er vorwirft, Religion zur Rechtfertigung restriktiver Migrationspolitik zu nutzen. In Deutschland warnte Latzel vor "christlichen Influencern", die rechtspopulistische Parteien wie die AfD fördern. Diese Vermengung von Populismus, Politik und Glauben nannte er gefährlich.

Seine Kritik erstreckte sich auch auf globale Themen: Latzel prangerte das Wettrüsten an, das Gelder von Klimaschutz und Armutsbekämpfung abziehe. Die Evangelische Kirche im Rheinland, die unter seiner Leitung rund zwei Millionen Mitglieder vertritt, ist in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland präsent.

Latzels Aussagen unterstreichen die Spannungen zwischen Glauben und politischem Extremismus. Er rief dazu auf, zu Friedensstiftung und Konfliktprävention als zentrale christliche Werte zurückzukehren. Seine Warnungen spiegeln die wachsende Besorgnis über die politische Instrumentalisierung von Religion in der modernen Welt wider.

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