16 March 2026, 16:02

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund geht weiter

Ein historisches Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche, umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund geht weiter

Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2025 einen leichten Rückgang der Austritte – weniger Gläubige verließen die Kirche als im Vorjahr. Offizielle Zahlen zeigen 84.440 Austritte im vergangenen Jahr, nach 86.946 im Jahr 2024. Dennoch sinkt die Gesamtzahl der Katholiken in der Region weiter: von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen.

Das Erzbistum Köln meldete einen leichten Anstieg der Messbesucherzahlen und der Erwachsenentaufen, was als vorsichtiger Hoffnungsschimmer gewertet wird. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Entwicklungen als ermutigende Zeichen für die Zukunft der Kirche. Allerdings übersteigen nach wie vor Sterbefälle und Austritte die Zahl der Neuaufnahmen und Taufen, sodass die Gesamtzahl der Katholiken weiterhin zurückgeht.

Seit dem Jahr 2000 haben die Kirchenaustritte in der Region stark zugenommen, mit deutlichen Spitzen nach den Missbrauchsskandalen 2002 und erneut zwischen 2010 und 2013. In den letzten Jahren gab es Rekordzahlen bei den Austritten, angetrieben durch zunehmende Säkularisierung und Kritik an kirchlichen Institutionen. 2025 verzeichnete das Justizministerium 152.783 Austritte aus der katholischen und der evangelischen Kirche zusammen.

Nicht alle bewerten die jüngsten Zahlen positiv. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die kleinen Fortschritte als oberflächlich und warnte, dass das tiefe Misstrauen gegenüber der Kirche nach wie vor eine große Herausforderung bleibe.

Zwar verließen 2025 weniger Menschen die katholische Kirche, doch der allgemeine Mitgliederschwund hält an. Das Erzbistum Köln hebt bescheidene Zuwächse bei der Gottesdienstteilnahme und den Taufen hervor, doch Experten raten davon ab, die Fortschritte überzubewerten. Die langfristigen Auswirkungen von Säkularisierung und institutionellem Vertrauensverlust prägen weiterhin die Zukunft der Kirche in der Region.

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