Kiekert meldet vorläufige Insolvenz nach Zahlungsausfall des chinesischen Eigentümers
Anna FuchsChinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten - Kiekert meldet vorläufige Insolvenz nach Zahlungsausfall des chinesischen Eigentümers
Kiekert, der weltweite Marktführer für Autoschloss-Systeme, hat vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Unternehmen, das für die Erfindung der modernen Zentralverriegelung bekannt ist, beschäftigt weltweit 4.500 Mitarbeiter. Die finanziellen Probleme entstanden, nachdem der chinesische Eigentümer Lingyun Zahlungsverpflichtungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro nicht erfüllte.
Kiekert war 2012 von Lingyun übernommen worden. Unter dessen Führung erweiterte das Unternehmen seine Produktion in China und Europa und sicherte sich Aufträge großer Automobilhersteller wie Volkswagen und Ford. Zudem blieb es führend in der Entwicklung intelligenter Verriegelungstechnologien, mit Wachstumsprognosen bis mindestens 2026.
Letzte Woche beantragte Kiekert die Eröffnung des Insolvenzverfahrens, nachdem Lingyun die dringend benötigten Mittel gestrichen hatte. Der chinesische Anteilseigner gab an, von diesem Schritt überrascht worden zu sein und erst durch Medienberichte davon erfahren zu haben. Trotz der Krise laufen alle Standorte des Unternehmens weiter im Normalbetrieb, und die Löhne der Belegschaft sind bis November gesichert.
Die Unternehmensführung strebt nun eine Trennung von Lingyun an, um das Wachstum zu beschleunigen und das 168 Jahre alte Erbe zu bewahren. Lingyun hingegen besteht darauf, die Mehrheit an Kiekert zu behalten. Zu den erklärten Zielen gehören der Gläubigerschutz, die Sicherung der Liquidität und die langfristige Zukunft des Unternehmens.
Die Insolvenz von Kiekert ist eine direkte Folge der ausbleibenden Finanzzusagen Lingyuns. Priorität hat nun die Aufrechterhaltung des Betriebs und der Erhalt der Arbeitsplätze. Die nächsten Schritte Lingyuns werden entscheiden, ob sich Kiekert stabilisieren und seine Marktführerschaft behaupten kann.






