Japanischer Konzern übernimmt Biotech-Firma Aicuris für 780 Millionen Euro
Jonas WagnerJapanischer Konzern übernimmt Biotech-Firma Aicuris für 780 Millionen Euro
Das deutsche Biotech-Unternehmen Aicuris Anti-infective Cures AG wird für 780 Millionen Euro (rund 920 Millionen US-Dollar) von Asahi Kasei übernommen. Mit dem Deal erweitert der japanische Konzern sein Angebot an Therapien gegen schwere virale Infektionen bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Beide Unternehmen rechnen damit, dass die Transaktion in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen wird – vorbehaltlich der notwendigen rechtlichen Genehmigungen.
Das führende Medikament von Aicuris, Pritelivir, zeigte kürzlich in einer globalen Spätphasen-Studie vielversprechende Ergebnisse. Die Behandlung erwies sich statistisch als überlegen für immungeschwächte Patienten mit therapierefraktären Herpes-simplex-Virus-Infektionen. Neben Pritelivir umfasst das Portfolio des Unternehmens AIC468, einen Wirkstoffkandidaten, der für Phase-2-Studien bereitsteht und die Reaktivierung des BK-Virus bei Nierentransplantationspatienten verhindern soll.
Ken Shinomiya, Leiter des Gesundheitsbereichs bei Asahi Kasei, bezeichnete die Übernahme als strategischen Schritt, um die Schwerpunkte des Unternehmens zu stärken. Durch die Integration der Expertise von Aicuris will Asahi Kasei sein Therapieangebot für hochriskante virale Infektionen ausbauen. Larry Edwards, CEO von Aicuris, betonte, dass die Übernahme die Möglichkeit biete, die Forschung zu beschleunigen und mehr Patienten weltweit mit lebenswichtigen Behandlungen zu versorgen.
Als finanzieller Berater von Aicuris fungierte die Bank of America Europe DAC, während die Kanzlei Gibson Dunn die rechtliche Begleitung übernahm. Stand 26. Februar 2026 hatte Asahi Kasei bis Ende 2027 keine neuen klinischen Studien oder Zulassungsanträge für Pritelivir oder AIC468 initiiert.
Mit der 780-Millionen-Euro-Übernahme übernimmt Asahi Kasei die vollständige Kontrolle über die Arzneimittelentwicklungsprogramme von Aicuris. Der Erfolg von Pritelivir in der Phase-3-Studie macht das Medikament zu einem zentralen Baustein bei der Behandlung schwerer Herpes-Infektionen. Zudem ergänzt AIC468 das Portfolio von Asahi Kasei und zielt auf einen dringenden Bedarf in der Transplantationsmedizin ab.






