IW Köln fordert EU-Zölle gegen chinesische Wettbewerbsverzerrungen im Maschinenbau
Miriam KönigIW Köln fordert EU-Zölle gegen chinesische Wettbewerbsverzerrungen im Maschinenbau
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) drängt auf neue Zölle, um Chinas wirtschaftlichen Einfluss einzudämmen. Der Ökonom Jürgen Matthes argumentiert, dass diese Maßnahmen helfen würden, unfaire Wettbewerbsverzerrungen durch Subventionen und Währungspolitik auszugleichen. Er betont, es gehe nicht um Protektionismus, sondern um die Korrektur von Marktverzerrungen.
Matthes weist darauf hin, dass die größte Herausforderung darin besteht, das Ausmaß der Wettbewerbsverfälschung durch chinesische Subventionen und eine unterbewertete Währung in verschiedenen Branchen zu bewerten. Besonders im Maschinenbau, wo eine starke inländische Produktion auch ohne Subventionen überlebensfähig sei, hält er Ausgleichszölle für sinnvoll.
Die EU hat bereits Schritte gegen die chinesische Konkurrenz unternommen, darunter Anti-Subventionszölle auf Elektrofahrzeuge, die 2024 eingeführt und später in einigen Fällen von 35 auf 20 Prozent gesenkt wurden. Parallel zu den Zöllen stärkt die EU ihren Binnenmarkt durch die Strategie "Ein Europa, ein Markt", die Ursula von der Leyen im Februar 2026 vorstellte. Das Programm zielt darauf ab, Bürokratie abzubauen, Wettbewerbsnachteile gegenüber China zu verringern und eine Zersplitterung des Marktes zu verhindern.
Matthes betont, dass es bei der Umsetzung der Zölle auf Tempo ankomme. Gleichzeitig stellt er klar, dass das Verfahren standardisierten Abläufen folge und keine größeren Hürden berge. Deutsche Wirtschaftsverbände unterstützen ein gemeinsames Vorgehen der EU und fordern schärfere Maßnahmen gegen chinesische Handelspraktiken in Schlüsselbranchen.
Die geplanten Zölle richten sich gegen gezielte Verzerrungen und sind keine pauschalen Strafmaßnahmen. Falls sie eingeführt werden, gelten sie in Bereichen, in denen heimische Industrien durch subventionierte chinesische Waren unlauterer Konkurrenz ausgesetzt sind. Die EU verknüpft ihre Handelspolitik mit Reformen des Binnenmarkts, um ihre wirtschaftliche Position langfristig zu stärken.






