21 January 2026, 10:04

Islamischer Religionsunterricht in NRW: Erfolgreich, aber kaum genutzt

Ein offenes Buch mit einer Weltkugel und einer Palme darauf, umgeben von einem gr├╝nen Band, mit der Sonne im Hintergrund, was ein Thema im Zusammenhang mit islamischen Studien suggeriert.

Islamischer Religionsunterricht in NRW: Erfolgreich, aber kaum genutzt

Eine neue Studie der Universität Münster zeigt, dass der islamische Religionsunterricht (IRU) in Nordrhein-Westfalen positive Wirkung entfaltet. Die im Januar 2026 veröffentlichte Evaluation hebt die starke Unterstützung durch Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern hervor. Dennoch nehmen trotz des Erfolgs nur wenige der berechtigten Kinder und Jugendlichen am freiwilligen Angebot teil.

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Das Land führte den bekenntnisorientierten islamischen Unterricht im Schuljahr 2012/13 ein. Heute bieten 247 von rund 5.400 Schulen das Fach an, unterrichtet von 332 qualifizierten Lehrkräften. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber nur 99 Lehrkräften im Jahr 2015/16 dar – doch die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler beschreiben den IRU als lebensnah, motivierend und bereichernd. Die Studie betont, dass eine längere Teilnahme die religiöse Bildung fördert und dabei hilft, rückschrittlichen Einflüssen – etwa aus Plattformen wie TikTok – entgegenzuwirken. Auch Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern äußern sich durchweg positiv: Sie loben, dass der Unterricht Orientierungswissen vermittelt und zu reflektierten religiösen Diskussionen anregt. Aktuell besuchen jedoch nur 31.673 der geschätzten 500.000 muslimischen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen den IRU – das entspricht etwa 6 Prozent. Die Studie empfiehlt eine landesweite Ausweitung des Programms mit stärkerem Fokus auf gesellschaftlich relevante Themen. Zudem wird eine verbesserte Lehrerausbildung im interreligiösen Dialog gefordert, um den Bedürfnissen einer vielfältigen Schülerschaft gerechter zu werden.

Die Erkenntnisse der Universität Münster deuten darauf hin, dass der IRU seine Ziele – die Förderung religiösen Verständnisses und demokratischer Werte – erfüllt. Da jedoch weniger als 300 Schulen das Fach anbieten, mahnt der Bericht eine weitere Expansion an, um mehr Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Bei Umsetzung könnten diese Maßnahmen die Wirkung des Programms im gesamten Land stärken.