Henkel leidet unter Lieferkettenkrise und explodierenden Kosten – doch die Strategie bleibt riskant
Jonas WagnerHenkel leidet unter Lieferkettenkrise und explodierenden Kosten – doch die Strategie bleibt riskant
Henkel unter Druck: Lieferkettenkrise und steigende Kosten belasten den Düsseldorfer Konsumgüterriesen
Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel, bekannt für Marken wie Persil und Schwarzkopf, kämpft mit steigenden Kosten durch globale Lieferkettenengpässe. Trotz eines Umsatzes von rund 20,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr warnt das Unternehmen, dass verzögerte Preiserhöhungen die finanzielle Belastung weiter verschärfen könnten. Von den weltweit 47.000 Beschäftigten ist weniger als ein Fünftel in Deutschland angesiedelt, wo die Auswirkungen der Krise bisher weitgehend indirekt bleiben.
Besonders die hohen Ölpreise setzen Henkel zu, da sie die Kosten für Rohstoffe, Logistik und Lieferketten in die Höhe treiben. Zulieferer und Transportfirmen geben diese Mehrbelastungen bereits an den Konzern weiter – eine zusätzliche Last für die Bilanz. Die Unternehmensführung betont, dass ein weiteres Hinauszögern von Preisanpassungen den Druck langfristig nur verstärken werde.
Im vergangenen Jahr verzeichneten die Sparten Waschmittel und Haarpflege ein moderates Wachstum, das vor allem von Schwellenländern und weniger von Industrienationen getragen wurde. Besonders stark war die Nachfrage in der Region Asien-Pazifik und Osteuropa, während Westeuropa und Nordamerika mit schwächerer Konsumlaune zu kämpfen hatten. Für die kommenden Monate rechnet Henkel mit einem einstelligen organischen Wachstum in diesen Bereichen.
Um die Kostensteigerungen abzufedern, setzt das Unternehmen auf die Stärken seiner Produkte, um Preiserhöhungen zu rechtfertigen. Man hofft, dass sich die aktuelle Krise nicht über das gesamte Jahr hinzieht, beobachtet die Entwicklung aber weiterhin genau. Henkels Strategie zielt nun darauf ab, die Kostendruck mit der Markentreue der Kunden in Einklang zu bringen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die Preise anzupassen, ohne die Nachfrage zu gefährden.
Aktuell bleibt das Wachstum ungleich verteilt: Während Schwellenmärkte die stärkste Stütze bilden, hinken die Industrieregionen hinterher.






