14 February 2026, 00:06

Hagen: Schulranzen-Händler verlangt 25 Euro für persönliche Beratungstermine

Ein volles Walmart-Geschäft mit Einkaufswagen schiebenden Kunden, umgeben von Warenpräsentationen, Schildern und Deckenleuchten.

Hagen: Schulranzen-Händler verlangt 25 Euro für persönliche Beratungstermine

Schulranzen Kranz in Hagen erhebt nun 25 Euro für Beratungsgespräche im Geschäft

Der Händler Schulranzen Kranz in Hagen verlangt von Kunden seit Kurzem eine Gebühr von 25 Euro für ausführliche Produktberatungen vor Ort. Damit will das Unternehmen verhindern, dass Kunden sich kostenlos informieren, um die Ware anschließend günstiger im Euro zu kaufen. Über 90 Prozent derjenigen, die die Beratungsgebühr zahlen, entscheiden sich am Ende für einen Kauf im Geschäft.

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Die Gebühr wurde eingeführt, um dem sogenannten "Beratungsdiebstahl" entgegenzuwirken – ein Phänomen, bei dem Kunden sich im Laden ausführlich beraten lassen, das gewünschte Produkt aber später online zu einem niedrigeren Preis erwerben. Die individuellen Beratungstermine dauern zwischen 45 und 60 Minuten und können im Voraus über die Website des Unternehmens gebucht werden.

Falls der Kunde sich nach der Beratung für einen Kauf entscheidet, wird die Gebühr von 25 Euro mit dem Endpreis verrechnet. Laut Schulranzen Kranz hat sich das Modell bewährt: Die überwiegende Mehrheit der Kunden kauft das Produkt schließlich im Geschäft.

Der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands NRW Westfalen-Münsterland betonte, dass nicht alle Händler Beratungsgebühren erheben. Ob ein Unternehmen solche Maßnahmen einführe, hänge von den individuellen Gegebenheiten ab. Allerdings gibt es keine belastbaren Daten darüber, wie viele deutsche Händler in den letzten Jahren ähnliche Modelle übernommen haben oder welche Branchen besonders betroffen sind.

Für Schulranzen Kranz hat sich die Gebühr als wirksam erwiesen: Die meisten Kunden tätigen nach der bezahlten Beratung auch den Kauf. Damit schützt sich das Unternehmen vor Umsatzverlusten durch Euro-Konkurrenten. Sollte der "Beratungsdiebstahl" weiter zunehmen, könnten auch andere Händler ähnliche Schritte in Betracht ziehen.