04 March 2026, 09:33

Gütersloh diskutiert am Frauentag: Wie die Scham von Opfern zu Tätern wandert

Eine Gruppe von Frauen, die vor einer grünen Wand mit einem Fenster auf der linken Seite stehen und an einem Internationalen Frauentag-Event teilnehmen.

Gütersloh diskutiert am Frauentag: Wie die Scham von Opfern zu Tätern wandert

Öffentliche Veranstaltungen in Gütersloh zum Internationalen Frauentag: Fokus auf Bekämpfung sexualisierter Gewalt

Anlässlich des Internationalen Frauentags finden in Gütersloh öffentliche Veranstaltungen statt, die sich mit der Bekämpfung sexualisierter Gewalt auseinandersetzen. Organisiert vom Anti-Gewalt-Verein Trotz allem e.V. und der örtlichen Volkshochschule (VHS) wird bei der Diskussion erörtert, wie die Gesellschaft die Schuldzuweisung von Betroffenen auf Täter:innen verlagern kann. Ziel des Abends ist es, das Bewusstsein zu schärfen, Betroffene zu unterstützen und präventive Maßnahmen zu stärken.

Die Veranstaltungen unter dem Titel "Wie kann die Scham die Seite wechseln?" finden am 10. März 2026 um 19:30 Uhr im Hörsaal der Gütersloher Volkshochschule statt. Als Gast referiert Lilian Schwerdtner, eine bekannte Aktivistin gegen sexualisierte Gewalt und Produzentin des Podcasts "Not Your Victim". Ihr 2021 erschienenes Buch "Sprechen und Schweigen über sexualisierte Gewalt" dient als zentraler Bezugspunkt für die Diskussion.

Die stellvertretende VHS-Direktorin, Dr. Mariella Gronenthal, übernimmt die Moderation. Die Zusammenarbeit zwischen Trotz allem e.V. und der Bildungseinrichtung steht im Kontext der seit 2017 durch die #MeToo-Bewegung gestiegenen Forderungen nach konkreten Maßnahmen. Diese Bewegung lenkte die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Erfahrungen von Betroffenen und löste Debatten über einen nationalen Aktionsplan gegen Sexismus sowie die Abschaffung des § 218 – des umstrittenen Abtreibungsparagrafen – aus.

Obwohl die Veranstaltungen die anhaltenden Bemühungen der Advocacy-Arbeit beleuchten, bleiben konkrete rechtliche oder politische Reformen in Deutschland bisher unklar. Die Organisator:innen betonen die Notwendigkeit von Präventionsprogrammen, besserer Unterstützung für Betroffene und strukturellen Veränderungen, um sexualisierte Gewalt wirksam zu bekämpfen.

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Die Diskussion bietet eine Plattform für Aufklärung, Solidarität und Aktivismus. Die Teilnehmer:innen erwarten Einblicke in Schwerdtners Arbeit, praktische Ansätze zur Stärkung von Betroffenen sowie Strategien, um gesellschaftliche Einstellungen zu hinterfragen. Die Veranstaltungen unterstreichen den anhaltenden Druck, rechtliche und kulturelle Veränderungen in der deutschen Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt voranzutreiben.