Große Grüne Mauer: Warum das Milliardenvorhaben in Afrika ins Stocken gerät
Anna FuchsGroße Grüne Mauer: Warum das Milliardenvorhaben in Afrika ins Stocken gerät
Die Große Grüne Mauer: Ehrgeizige Ziele, stockende Umsetzung
Das Projekt Große Grüne Mauer (GGW) wurde ins Leben gerufen, um bis 2030 100 Millionen Hektar degradiertes Land in Afrika wiederherzustellen. Gleichzeitig soll es 10 Millionen Arbeitsplätze schaffen und 250 Millionen Tonnen CO₂ binden. Doch in zentralen Bereichen hinkt die Umsetzung den Erwartungen hinterher.
Um die Bemühungen zu beschleunigen, startete 2021 der GGW-Beschleuniger (GGWA). Sein Fokus liegt auf Aufforstung und Neuanpflanzungen, um der Bodendegradation entgegenzuwirken und die Kohlenstoffspeicherung zu steigern. Dennoch bleibt die Umsetzung der Ziele eine Herausforderung.
Die GGW erstreckt sich über halb trotckene bis aride Regionen, wo die natürlichen Bedingungen die CO₂-Bindungskapazität begrenzen. Studien zeigen, dass Baumpflanzungen in diesen trockenen Gebieten kaum zusätzliches CO₂ speichern können. Selbst bei Aufforstungsmaßnahmen bleiben die Überlebensraten der Setzlinge gering – ein Hemmnis für den Fortschritt.
Auch der Zugang zu Klimafinanzierung gestaltet sich schwierig. Eine bereits 2012 vorgeschlagene GGW-Kohlenstoffbank kam nie zustande. Ohne sie kann das Projekt internationale CO₂-Märkte nicht nutzen. Zudem fehlt es an einer starken institutionellen Struktur, die den Handel mit CO₂-Zertifikaten unterstützen und Absicherungen bieten könnte.
Nur ein geringer Teil der bestehenden CO₂-Gutschriften führt tatsächlich zu realen Emissionsminderungen. Forschungen zufolge repräsentieren lediglich 12 Prozent der Zertifikate aus Kompensationsprojekten echte Reduktionen. Trotzdem expandieren CO₂-Kompensationsprogramme weiter in die Trockengebiet-Aufforstung – mit ungewissem Nutzen.
Die Ziele der Großen Grünen Mauer stoßen sowohl auf ökologische als auch finanzielle Hürden: Geringe Setzlings-Überlebensraten und begrenzte CO₂-Speicherfähigkeit in ariden Zonen schmälern die Wirksamkeit. Ohne eine funktionierende Kohlenstoffbank oder institutionelle Unterstützung bleibt die Klimafinanzierung außer Reichweite. Ob die 2030-Ziele erreicht werden, hängt davon ab, ob diese anhaltenden Hindernisse überwunden werden können.






