GLS Bank schließt Konten linker Gruppen – Proteste und juristische Folgen
Lotta AlbrechtGLS Bank schließt Konten linker Gruppen – Proteste und juristische Folgen
Die GLS Bank steht nach der Ankündigung, Konten zweier linksgerichteter Organisationen zu schließen, massiv in der Kritik. Die Entscheidung löste Proteste, juristische Schritte und eine hitzige Debatte über Bankenregulierung aus. Gleichzeitig erhielt die Bankführung auf ihrer jüngsten Mitgliederversammlung in Bochum deutliche Rückendeckung.
Der Streit begann, als die GLS Bank beschloss, die Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe zu kündigen. Kritiker warfen der Bank vor, sich politischem Druck gebeugt zu haben. DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger sprach von „vorauseilendem Gehorsam“, um US-Geschäftsinteressen nicht zu gefährden. Ein offener Brief, unterstützt von Tausenden Unterzeichnern und zahlreichen Organisationen, forderte die Bank auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen.
Die GLS-Bank-Führung wies politische Motive zurück und verwies auf rechtliche und regulatorische Pflichten. Aufsichtsvorschriften verlangen von Banken die Meldung verdächtiger Transaktionen, die auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung hindeuten könnten. Die Bank führte zudem Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sich Transaktionen vermeiden lassen, die Compliance-Warnungen auslösen könnten.
Trotz der Aufregung bleiben die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank vorerst offen – auch dank öffentlicher Proteste. Zudem verfügte ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Organisation weiterführen muss. Die DKP kündigte unterdessen an, sich von der GLS Bank zu trennen und zu den öffentlichen Sparkassen zu wechseln.
Auf der Mitgliederversammlung in Bochum, die parallel zu einem Nachhaltigkeitsfestival stattfand, sprachen sich 676 von 720 Mitgliedern für die Bestätigung des Vorstands aus. Auch der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck nahm an der Veranstaltung teil, ohne jedoch Bezug auf den Bankenkonflikt zu nehmen.
Die Kontoschließungen zeigen die Spannungen zwischen Finanzregulierung und politischem Aktivismus auf. Während die GLS Bank ihre Entscheidung als rechtlich notwendig verteidigt, wehren sich die betroffenen Gruppen weiter dagegen. Der Fall könnte prägend dafür werden, wie andere Banken künftig mit ähnlichen Fällen umgehen.






