17 February 2026, 18:04

Giftige Chemikalie in 92 Prozent der Kinder-Urinproben durch Sonnencreme nachgewiesen

Ein Plakat mit zwei Kindern, die in einer Badewanne spielen, wobei eines sitzt und das andere mit einem Gegenstand in der Hand steht, mit einem Paar Hausschuhe auf dem Boden und dem Text "Ich habe Pears-Seife für die Hände und den Teint gefunden, die unübertroffen ist."

Umweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Giftige Chemikalie in 92 Prozent der Kinder-Urinproben durch Sonnencreme nachgewiesen

In Deutschland wurde in fast allen getesteten Urinproben von Kindern und Jugendlichen ein gefährlicher Chemikalienstoff nachgewiesen, der mit Sonnencremes in Verbindung gebracht wird. Bei der Substanz handelt es sich um MnHexP – ein fortpflanzungsgefährdender Stoff und Abbauprodukt von DnHexP, einer Verbindung, die in der EU nicht zugelassen ist. Obwohl der Fund bereits vor zwei Jahren bekannt wurde, gibt es bis heute keine strengen Regulierungen.

Erstmals aufgetaucht war das Problem 2024, als das Umweltbundesamt (UBA) Spuren von MnHexP in Urinproben entdeckte. Die Ermittlungen führten zu einem belasteten UV-Filter in Sonnencremes. Damals ergriffen die EU-Behörden jedoch keine sofortigen Maßnahmen.

Bis 2025 hatte sich die Situation verschärft: Tests zeigten, dass 92 Prozent der Urinproben von Kindern und Jugendlichen MnHexP enthielten. Bei zwei Probanden wurden besonders hohe Werte gemessen – 83 bzw. 107 Mikrogramm pro Liter –, was den UBA-Referenzwert von 60 Mikrogramm überschreitet. Zudem stellte die Behörde fest, dass viele junge Menschen fortpflanzungsgefährdenden Stoffen in Mengen ausgesetzt sind, die über den als sicher geltenden Grenzwerten liegen.

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Trotz dieser Erkenntnisse hatten weder die Europäische Kommission noch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bis Februar 2026 Maßnahmen gegen MnHexP in Sonnencremes ergriffen. Es gab weder offizielle Warnungen noch Verbote oder Grenzwerte. Strengere EU-Beschränkungen für DnHexP in Sonnenschutzmitteln sollen erst im Januar 2027 in Kraft treten.

Die Verzögerung bei der Regulierung bedeutet, dass Kinder und Jugendliche mindestens ein weiteres Jahr lang MnHexP ausgesetzt bleiben. Aktuell erhältliche Sonnencremes könnten bis zum Inkrafttreten der 2027er Beschränkungen noch Spuren des Giftstoffs enthalten. Bis dahin gibt es keine offiziellen Empfehlungen, um die Belastung der Bevölkerung zu begrenzen.