Gericht zwingt X zur Sperrung eines Böhmermann-Fake-Accounts nach Hasskampagne
Jonas WagnerGericht zwingt X zur Sperrung eines Böhmermann-Fake-Accounts nach Hasskampagne
Ein deutsches Gericht hat X angewiesen, ein Fake-Profil zu sperren, das den Satiriker Jan Böhmermann nachahmt. Die Entscheidung folgt auf wiederholte provokante Veröffentlichungen des gefälschten Accounts Jan Boehmermann (Parodie) ZDF Neo Royale, die gezielt gegen den Komiker gerichtet waren. Böhmermanns Anwälte werfen dem Profil vor, Hass zu schüren und rechtsextreme Nutzer gegen ihn zu mobilisieren.
Das Fake-Profil nutzte ein echtes Foto Böhmermanns und verbreitete täglich mehrere Beiträge. Laut seinen Rechtsvertretern diente es ausschließlich dazu, Feindseligkeit zu verbreiten und rechtsextreme Anhänger auf der Plattform zu provozieren. Das Landgericht Köln reagierte mit einer einstweiligen Verfügung und untersagte X, den nachgeahmten Account zu hosten oder zu verbreiten.
X kann nun gegen das Urteil Widerspruch einlegen. Unterdessen fordern Böhmermanns Anwälte weitere Schritte. Sie kritisieren, dass X Profit – einschließlich Einnahmen aus Fake-Accounts – über den Schutz vor Missbrauch der Plattform stellt.
Die Kanzlei Rechtsanwaltskanzlei Jun kündigte an, X auf finanzielle Transparenz zu verklagen. Die Anwälte verlangen, dass das Unternehmen offenlegt, wie viel Geld es mit Desinformation, Manipulation und gefälschten Profilen unter Böhmermanns Namen erwirtschaftet. Bisher liegen jedoch keine konkreten Umsatzschätzungen oder Beweise aus anhängigen Verfahren vor.
Die einstweilige Verfügung zwingt X vorerst, das Fake-Profil zu löschen. Böhmermanns Team drängt weiterhin auf Konsequenzen und fordert Aufklärung darüber, wie viel die Plattform mit irreführenden Inhalten verdient. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen sozialen Medien und dem Kampf gegen gefälschte Profile.






