22 March 2026, 12:03

Gericht stoppt Vuelings Handgepäckgebühren – ein Sieg für Verbraucher

Schwarzes und weißes Bild von Reisenden in einem Flughafen, einige sitzen auf Bänken und andere stehen mit Gepäck, mit einem Mann und einer Frau, die Taschen halten, in der Mitte und Jalousien auf der linken Seite.

Gericht stoppt Vuelings Handgepäckgebühren – ein Sieg für Verbraucher

Ein deutsches Gericht hat die Handgepäckregelung von Vueling für ungerecht gegenüber Passagieren erklärt und damit gegen die Airline entschieden. Die Fluggesellschaft darf künftig nicht mehr nur ein kleines Gepäckstück als kostenloses Handgepäck zulassen und für größere Stücke Zusatzgebühren verlangen. Das Urteil folgt auf eine Klage von Verbraucherschützern, die argumentierten, solche Gebühren verstießen gegen EU-Recht.

Das Oberlandesgericht Hamm gab dem Verband der Verbraucherzentralen (vzbv) in seinem Verfahren gegen Vueling recht. Die Richter urteilten, dass Handgepäck ein grundlegender Bestandteil des Flugreiseservice sei und Airlines keine zusätzlichen Kosten erheben dürften, sofern die Gepäckstücke angemessene Größen- und Gewichtsgrenzen einhielten.

Ramona Popp, die Vorstandsvorsitzende des vzbv, kritisierte Fluggesellschaften dafür, dass sie nur winzige Taschen ohne Gebühren zuließen. Diese Praxis verstoße gegen EU-Recht und führe zu versteckten Kosten für Reisende, so Popp. Sie forderte, dass Ticketpreise künftig ein kleines persönliches Gepäckstück sowie einen standardmäßigen Handgepäckkoffer umfassen müssten – mit mindestens 115 Zentimetern Gesamtmaß und bis zu zehn Kilogramm Gewicht.

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Das Urteil betrifft vorerst nur Vueling, da ähnliche Klagen gegen EasyJet, Eurowings und Wizz Air noch nicht entschieden sind. Popp forderte zudem klarere EU-Vorgaben, da die aktuellen Richtlinien zu vage seien und bei Verbrauchern für Verwirrung sorgten.

Unterdessen beginnen heute in Brüssel die Verhandlungen zur Reform der Fluggastrechte. Vertreter des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und der EU-Mitgliedstaaten werden über mögliche Änderungen beraten, wobei bisher keine konkreten Vorschläge zu Handgepäckstandards vorliegen.

Das Urteil zwingt Vueling, seine Regelungen anzupassen, sodass Passagiere künftig einen standardmäßigen Handgepäckkoffer ohne Aufpreis mitnehmen dürfen. Andere Airlines könnten ähnliche Konsequenzen erwarten, falls die anhängigen Klagen erfolgreich sind. Bis dahin müssen Reisende weiterhin die individuellen Bestimmungen der Fluggesellschaften prüfen, da es noch keinen EU-weiten Standard gibt.

Quelle