Geisterzug feiert 35 Jahre mit farbenfrohem Protest gegen Kölner Wohnungsnot
Lotta AlbrechtGeisterzug feiert 35 Jahre mit farbenfrohem Protest gegen Kölner Wohnungsnot
Kölner Geisterzug feiert 35. Jubiläum mit farbenfrohem Protest
Tausende versammelten sich zum 35. Geburtstag des Kölner Geisterzugs, der politische Aktivismus mit kreativen Kostümen und Darbietungen verband. Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe stand die drängende Wohnungsnot in der Domstadt.
Der Umzug, lokal schlicht als Geisterzug bekannt, startete 1991 als Protest gegen den Golfkrieg und hat sich seither zu einem politischen Karneval entwickelt, der sich stets aktuellen Themen widmet. Das diesjährige Motto – "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Dom schlofe" – unterstrich den dringenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Köln.
Teilnehmende verkleideten sich als Geister, Hexen und Fabelwesen, viele mit Plakaten gegen explodierende Mieten und Wohnungsmangel. Nachhaltige Wagen wie ein riesiger Tintenfisch aus Plastikflaschen oder die Schnappviecher bereicherten das Spektakel. Erich Hermans, langjähriger Organisator, führte den Zug wie gewohnt in seinem markanten Ähzebär-Kostüm an.
Anders als in den Vorjahren endete der Umzug diesmal nicht mit einer Kundgebung, sondern auf dem Odonien-Gelände, wo Reden, Live-Musik der Kapelle 3 und surreale Dekorationen – Nebel, Feuertonnen und abstrakte Kunst – eine mystische Stimmung schufen.
Der Geisterzug bleibt eine offene Plattform für politischen Ausdruck durch Kreativität. Sein Konzept ohne Fahrzeuge und ohne aufdringliche Musik lenkt den Fokus auf basisdemokratisches Engagement und Gemeinschaft.
Das 35. Jubiläum vereinte Kunst, Protest und Feierlaune. Indem er die Kölner Wohnungsmisere thematisierte, festigte der Umzug seine Tradition, gesellschaftskritische Debatten mit spielerischer Leichtigkeit zu verbinden. Für Organisator:innen und Teilnehmende bleibt er ein lebendiger Ort des Wandels.






