Führerschein kostet über 3.000 Euro – Reformen sollen Preise drücken
Jonas WagnerFührerschein kostet über 3.000 Euro – Reformen sollen Preise drücken
Führerschein in Deutschland kostet nun über 3.000 Euro – viele suchen nach günstigeren Alternativen
Der Erwerb eines Führerscheins in Deutschland schlägt mittlerweile mit mehr als 3.000 Euro zu Buche, was viele dazu veranlasst, nach preiswerteren Lösungen zu suchen. Einige setzen auf privates Üben – doch selbst am Wochenende oder auf leeren Parkplätzen gelten strenge Vorschriften. Unterdessen will Verkehrsminister Volker Wissing mit Reformplänen die Kosten senken und das Verfahren vereinfachen.
Nach geltendem Recht ist das Fahren ohne Führerschein auf öffentlichen Straßen zu jeder Zeit und an jedem Ort verboten. Allerdings ist das Üben auf Privatgelände erlaubt, sofern das Areal deutlich abgegrenzt und nicht öffentlich zugänglich ist. Verkehrstrainingsplätze wie die ADAC-Anlage in Kaarst bieten eine weitere Möglichkeit – für 20 Euro pro Stunde. Diese privaten Übungsflächen unterliegen spezifischen Regeln, etwa abgeschlossenen Bereichen und festgelegten Gebühren, doch wie viele es bundesweit gibt, ist nicht offiziell erfasst.
Verkehrsminister Volker Wissing hat Reformvorschläge vorgelegt, um die Kosten zu drücken. Dazu gehören Online-Theoriestunden, weniger Fragen in der Prüfung und eine Reduzierung der Pflicht-Sonderfahrten. Zudem unterstützt er das "Laienbegleitete Fahren", das Fahrschülern erlaubt, mit Nicht-Profis zu üben. Bevor die Änderungen jedoch in Kraft treten, muss Wissing die Zustimmung auf der Verkehrsministerkonferenz einholen – ein Prozess, der neun bis zwölf Monate dauern könnte.
Kritik an den Plänen gibt es bereits. Der SPD-Politiker Martin Bartels bezeichnete die Reformen als "Angriff auf die Verkehrssicherheit". Dagegen sehen der ADAC und die TÜV-Verbände durchaus Potenzial und verweisen auf die positiven Erfahrungen mit dem "Begleiteten Fahren". Der ADAC rät zudem, günstigere Fahrschulen zu wählen und auf Zusatzstunden oder Nachprüfungen zu verzichten, um die Ausgaben zu begrenzen.
Ob die Reformen tatsächlich kommen, bleibt ungewiss – mit schnellen Preissenkungen ist nicht zu rechnen. Fahrschüler müssen sich weiterhin an die strengen Regeln für privates Üben halten oder auf zugelassene Trainingsflächen ausweichen. Falls die Pläne durchkommen, könnte Wissings Reform den Führerschein langfristig erschwinglicher machen – allerdings erst nach zähen Verhandlungen.






