Freie Wähler fordern gerechtere Rente für körperlich Arbeitende – mit radikaler Formel
Anna FuchsFreie Wähler fordern gerechtere Rente für körperlich Arbeitende – mit radikaler Formel
Ralf Krings, Landesvorsitzender der Freien Wähler in Nordrhein-Westfalen, hat eine neue Rentenformel vorgeschlagen. Diese würde es Beschäftigten in körperlich belastenden Berufen ermöglichen, für jedes gearbeitete Jahr ohne Abzüge einen Monat früher in Rente zu gehen. Die aktuelle Debatte über eine Anhebung des Renteneintrittsalters für diese Berufsgruppen bezeichnet er als „unzumutbar“.
Krings argumentiert, dass Pflegekräfte, Bauarbeiter und ähnliche Berufsgruppen einer deutlich höheren körperlichen Belastung ausgesetzt seien als andere. Er fordert einen berufsbedingten Ausgleich, da die allgemeine Steigerung der Lebenserwartung auf sie oft nicht zutrifft. Viele in diesen Jobs benötigen zudem früher Pflege und können nicht so lange arbeiten wie Büroangestellte.
Sein Plan sieht vor, den früheren Renteneintritt für körperlich Arbeitende dadurch auszugleichen, dass Beschäftigte in weniger belastenden Tätigkeiten pro Beschäftigungsjahr einen zusätzlichen Monat arbeiten müssten, um eine volle Rente zu erhalten. Krings weist auch darauf hin, dass anstrengende Berufe oft früher beginnen und früher enden, die Rentenvorschriften jedoch keine Flexibilität bieten, um dies zu berücksichtigen.
Er ist überzeugt, dass der Vorschlag diese Jobs attraktiver machen könnte. Dadurch ließe sich möglicherweise der Fachkräftemangel in Schlüsselsektoren abmildern. Die Formel zielt darauf ab, das Renteneintrittsalter zwischen verschiedenen Berufen auszubalancieren. Sie würde körperliche Arbeit mit früherem Rentenbeginn belohnen, während die Beiträge für andere angepasst würden. Krings hofft, damit sowohl Gerechtigkeitsfragen als auch Personalengpässe in wichtigen Branchen anzugehen.
