Frauenhass im Netz: Wie die Manosphere toxische Männlichkeit verbreitet und ungestört wächst
Anna FuchsFrauenhass im Netz: Wie die Manosphere toxische Männlichkeit verbreitet und ungestört wächst
Frauenfeindliche Einstellungen verbreiten sich rasant in sozialen Medien und Online-Diskussionen. Einige Frauen unterstützen diese Ansichten sogar. Der Wandel vollzieht sich, während viele Männer offen das ablehnen, was sie als "woken Unsinn" bezeichnen, und sich ungeniert zu Sexismus bekennen – oft ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.
Die #MeToo-Bewegung, die einst systemische Missstände anprangerte, kämpft mittlerweile mit schwindender Unterstützung. Männer in Machtpositionen nutzen ihren Einfluss weiterhin aus, oft in rechtlichen Grauzonen, aber moralisch unvertretbar. Ihr Verhalten reicht von herablassender Arroganz bis zu offener Sexualisierung – meist ohne Furcht vor Sanktionen.
Online gewinnt die sogenannte "Männersphäre" (Manosphere) an Einfluss. Akteure wie HSTikkyTokky (Harrison Sullivan), Myron Gaines oder Justin Waller sind auf YouTube, Reddit und Twitter (X) aktiv und verbreiten radikale Thesen – darunter die Forderung, Frauen das Wahlrecht abzusprechen. In algorithmusgesteuerten Netzwerken gedeihen ihre extrem maskulinen Ideale ungehindert.
Der kürzlich erschienene Netflix-Dokumentarfilm "Louis Theroux: Inside the Manosphere" (11. März 2026) zeigt das Ausmaß dieser Communities. Der Film deckt auf, wie Reddit-Subforen und andere Plattformen toxische Männlichkeit verstärken und den schlimmsten Akteuren Straffreiheit ermöglichen. Viele dieser Männer horten Macht – online wie im echten Leben – und zementieren eine Kultur, in der Frauen ständig herabgewürdigt werden.
Der ungebremste Aufstieg von Frauenhass spiegelt eine breitere Gegenbewegung gegen Gleichberechtigung wider. Frauen erleben Feindseligkeit im Alltag, während einflussreiche Männer selten für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen werden. Dokumentationen und Berichte thematisieren das Problem, doch struktureller Wandel bleibt zäh.






