28 April 2026, 14:13

Frauenfilmfestival ehrt Sophie Maintigneux und feiert kollektiven Widerstand auf der Leinwand

Gruppe von Menschen, die eine "Solidarität und Feminismus"-Schleife tragen, marschieren die Straße entlang, mit geparkten Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Frauenfilmfestival ehrt Sophie Maintigneux und feiert kollektiven Widerstand auf der Leinwand

Das Internationale Frauenfilmfestival (IFFF) Dortmund/Köln beendete seine letzte Ausgabe mit einem besonderen Fokus auf die erfahrene Kamerafrau Sophie Maintigneux. Die seit Jahrzehnten im Filmbusiness tätige Künstlerin gab in einem ausführlichen Gespräch Einblicke in ihre Karriere. Das Festival widmete sich zudem in seinem Programm den Themen kollektive Landnutzung, Widerstand und weibliche Solidarität.

Ein ausgedehntes Gespräch war Maintigneux gewidmet, in dem ihre Verdienste für das Kino gewürdigt wurden. Sie erinnerte sich an ihre frühen Jahre als eine von nur drei Kamerafrauen in Frankreich, wo sie mit dem Regisseur Éric Rohmer zusammenarbeitete. Später wandte sie sich dem Dokumentarfilm zu, angezogen von der kreativen Freiheit und dem größeren Verantwortungsbewusstsein dieser Gattung.

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Maintigneux, die als Professorin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) lehrt, genießt großes Ansehen für ihr Engagement. Seit Langem setzt sie sich für mehr Sichtbarkeit und bessere Arbeitsbedingungen ein – insbesondere für Frauen in der Branche.

Der Festival-Schwerpunkt "Fokus" stand unter dem Motto "Gemeinschaftsland" und rückte kollektiv verwaltete Ressourcen statt individuellen Besitz in den Mittelpunkt. Dokumentarfilme wie "Unser Land, unsere Freiheit" und "Ôrí" beschäftigten sich mit Kolonialismus und Widerstand, wobei Landrückgewinnung und kulturelle Bewahrung im Vordergrund standen.

Ein weiteres Highlight war eine Videodiskussion mit der Autorin Silvia Federici ("Caliban und die Hexe"), die gemeinsam mit der Filmemacherin Athina Rachel Tsangari erörterte, wie kollektive Landbesetzungen und urbane Gärten neue soziale Bewegungen befeuern. Ihr Gespräch verband die Themen ursprüngliche Akkumulation, die Unterdrückung von Frauen und historische Hexenverfolgungen.

Im Spielfilmwettbewerb wurden Werke gezeigt, die von weiblichem Widerstand und Solidarität handelten. Dazu zählten "Nunkui", "Sechswochenamt" und "Gott wird nicht helfen", die jeweils Geschichten von Auflehnung und Verbindung erzählten.

Die letzte Ausgabe des IFFF ehrte Maintigneux' Lebenswerk und setzte sich zugleich mit drängenden gesellschaftlichen Fragen auseinander. Filme und Diskussionen thematisierten Landrechte, antikoloniale Kämpfe und den anhaltenden Einsatz für Gleichberechtigung in der Filmbranche. Mit dem Festivalende ging eine Ära zu Ende – doch der Nachhall bei Besucher:innen und Beteiligten bleibt bestehen.

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