31 May 2026, 18:02

Forscher gewinnen Kupfer, Silber und Gold aus Müllverbrennungsasche – ein Durchbruch für Urban Mining

Zement statt Deponie - Recycling von Müllverbrennungsrückstand

Forscher gewinnen Kupfer, Silber und Gold aus Müllverbrennungsasche – ein Durchbruch für Urban Mining

Neues Verfahren zur Gewinnung wertvoller Metalle aus Müllverbrennungsasche zeigt vielversprechende Ergebnisse

Forschende der Universität Duisburg-Essen haben gemeinsam mit Industriepartnern im Rahmen des Projekts EMSARZEM ein Verfahren entwickelt, das bei Tests im Juli 2023 auch im industriellen Maßstab überzeugte. Deutschland verbrannte 2022 rund 25 Millionen Tonnen Abfall und gewann daraus mit herkömmlichen Methoden etwa 600.000 Tonnen Metalle zurück. Doch ein Großteil der verbleibenden Asche – oft auf Deponien gelagert – birgt noch ungenutzte Ressourcen. Besonders der feine Anteil der Asche enthält zwischen 0,3 und 0,5 Prozent Kupfer, eine Konzentration, die mit wirtschaftlich abbauwürdigen Kupfererzvorkommen vergleichbar ist.

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Das EMSARZEM-Projekt verfolgt zwei Ziele: die Rückgewinnung von Metallen wie Kupfer, Silber und Gold sowie die Weiterverwertung des verbleibenden Mineralanteils. Durch mehrstufiges Mahlen und Trennen isoliert das Team die Metalle und bereitet das restliche Material für die Zementherstellung oder als Ersatz für natürliche Gesteinskörnungen auf. Dies entspricht den Prinzipien des Urban Mining, bei dem Abfall zu wertvollem Rohstoff wird.

Bei vollständiger Skalierung könnte das Verfahren jährlich bis zu 8.000 Tonnen Kupferkonzentrat aus deutscher Müllverbrennungsasche gewinnen – das entspricht etwa 2.800 Tonnen Kupfer sowie 20 Tonnen Silber und 100 Kilogramm Gold. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts hängt jedoch nicht nur von der Metallrückgewinnung ab, sondern auch von der Verwertung des mineralischen Reststoffs.

Der erfolgreiche Testlauf ist ein Schritt zur Reduzierung von Deponieabfällen und zur Rückgewinnung edler Metalle. Durch die Einbindung des Mineralanteils in Baustoffe könnte das Verfahren einen nachhaltigen Kreislauf schaffen. Ob sich die Methode als Standard in der Abfallwirtschaft und Metallrückgewinnung etabliert, wird sich bei weiterer Hochskalierung zeigen.

Quelle