23 February 2026, 20:06

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Pläne der Bundeswehr für neues Kampfflugzeug

Ein deutscher Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das eine Gruppe von Kampfflugzeugen in der Luft zeigt und ihre Fähigkeiten beschreibt.

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Pläne der Bundeswehr für neues Kampfflugzeug

Der ehemalige Airbus-Chef Thomas Enders hat die Pläne der deutschen Bahn, einen neuen Kampfflugzeugtyp allein zu entwickeln, scharf kritisiert. Er bezeichnete das Vorhaben als eine 'gigantische Fehlallokation von Ressourcen' und warnte vor explodierenden Kosten. Seine Äußerungen befeuern zudem die Spannungen um das stockende deutsch-französische FCAS-Projekt (Future Combat Air System).

Enders nannte die Entscheidung von 2017, sich mit Frankreich für den Bau des Kampfflugzeugs der nächsten Generation zu verbünden, einen 'strategischen Fehler'. Stattdessen riet er der deutschen Bahn zu einer Zusammenarbeit mit Großbritannien oder Schweden, wo bereits etablierte Programme bestünden. Ein Alleingang der deutschen Bahn wäre seiner Meinung nach von 'industriepolitischer Hybris' getrieben – falls das FCAS-Projekt mit Frankreich scheitert.

Zwar räumte Enders ein, dass die deutsche Bahn technisch in der Lage sei, ein Kampfflugzeug zu bauen, doch betonte er die immense finanzielle Belastung und Verzögerungen. Ein national entwickeltes Flugzeug würde frühestens Ende der 2040er Jahre einsatzbereit sein, warnte er. Seine Position steht im Kontrast zum Bundesverband der Deutschen Bahnindustrie (BDLI), der Gewerkschaft IG Metall und dem aktuellen Airbus-Chef Guillaume Faury, die allesamt ein nationales Programm unterstützen.

Darüber hinaus prognostizierte Enders, dass bemannte Kampfflugzeuge bald obsoleten würden. Innerhalb von 20 Jahren, so seine Einschätzung, würden sie in der militärischen Luftfahrt nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Die Zukunft liege stattdessen in autonomen, KI-gesteuerten Drohnensystemen. Die deutsche Regierung hat sich zu seinen Vorschlägen – sowohl zur Drohnenentwicklung als auch zu internationalen Partnerschaften wie dem britischen GCAP-Programm – bisher nicht öffentlich geäußert.

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Der Streit spiegelt einen langjährigen Konflikt zwischen Airbus und dem französischen Hersteller Dassault um die Führung im FCAS-Projekt wider. Enders' Aussagen unterstreichen die tiefen Gräben bei der Frage, wie Europa in der militärischen Luftfahrt vorankommen soll.

Seine Kritik setzt die deutsche Verteidigungspolitik unter Druck. Mit seiner Forderung nach Investitionen in Drohnen und Kooperationen mit Großbritannien oder Schweden stellt er den aktuellen Kurs infrage, der auf ein nationales Kampfflugzeug setzt. Die Debatte dreht sich nun darum, ob Deutschland seine Pläne anpasst – oder weiter auf Eigenständigkeit pocht.