22 January 2026, 04:08

Europas Weizenproduktion droht ohne Gentechnik-Revolution zu scheitern

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Europakarte.

Topmanager fürchtet wirtschaftlichen Graben mit USA - Europas Weizenproduktion droht ohne Gentechnik-Revolution zu scheitern

Europas landwirtschaftliche Zukunft steht auf dem Spiel, warnt Matthias Berninger, Chef-Lobbyist von Bayer. Ohne die Zulassung neuer Genom-Editierungstechnologien droht der Kontinent in der Weizenproduktion zurückzufallen und seine Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Berninger hob zudem Fortschritte bei der Reduzierung von Glyphosat-bedingten Haftungsrisiken hervor – ein seltener Lichtblick angesichts größerer Sorgen.

Zu den agrarpolitischen Herausforderungen Europas betonte Berninger die Dringlichkeit, genomeditierte Nutzpflanzen zuzulassen. Er verwies auf CRISPR-optimierten Weizen als Lösung, um langfristige Getreideengpässe zu verhindern. Ohne solche Innovationen, so seine Warnung, könnten die europäischen Weizenerträge unwiderruflich sinken.

Die Debatte um genomeditierte Lebensmittel habe sich laut Berninger von hitzigen Streitgesprächen hin zu sachlicheren Diskussionen gewandelt. Dieser Wandel fällt mit den Fortschritten der EU bei der Zulassung neuer genomischer Techniken (NGT) zusammen. Im Dezember 2025 stimmte eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten – ohne das sich enthaltende Deutschland – für eine NGT-Regulierung. Falls das Europäische Parlament die Reform im März 2026 billigt, könnten bestimmte genomeditierte Pflanzen ohne fremde DNA wie herkömmliche Sorten behandelt werden.

Über die Landwirtschaft hinaus warnte Berninger vor tiefergehenden wirtschaftlichen Risiken. Er unterstrich die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft und betonte, dass ein Bruch zwischen Europa und den USA beide Regionen schwächen würde. Um Konflikte mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zu vermeiden, riet er den Europäern, ihre Stärken auszubauen und Schwächen offener anzugehen.

Auf juristischer Ebene zeigte sich Berninger zuversichtlich, dass Bayer seine Glyphosat-bedingten Haftungsrisiken bis Jahresende deutlich reduzieren werde. Trotz Milliardenklagen haben jüngste Prozessgewinne den Aktienkurs des Konzerns bereits gestützt und für finanzielle Entlastung gesorgt.

Die Entscheidung der EU über genomeditierte Pflanzen wird ihre agrarische und wirtschaftliche Zukunft prägen. Eine Zulassung könnte die Weizenproduktion sichern und die Wettbewerbsfähigkeit wahren – eine Ablehnung hingegen langfristige Schäden nach sich ziehen. Währenddessen bietet Bayers juristischer Fortschritt ein gewisses Maß an Stabilität, doch bleiben die transatlantischen Beziehungen ein zentrales Anliegen.

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