15 March 2026, 06:03

EU-Gesetz bedroht seltene Pflanzensorten und kleine Saatguthersteller in Deutschland

Ein Buch mit dem Titel "Archias Saatgut-Jahrbuch 1941" mit einem Cover, das Tomaten, Gurken, Paprika und bunte Gemüse in Gläsern zeigt.

EU-Gesetz bedroht seltene Pflanzensorten und kleine Saatguthersteller in Deutschland

Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss kämpfen um den Erhalt seltener Pflanzensorten, indem sie Saatgut kostenlos verleihen. Doch ein geplantes EU-Gesetz gefährdet nun die Zukunft kleiner Saatguthersteller in ganz Deutschland. Viele befürchten, dass die neuen Vorschriften traditionelle Sorten auslöschen und die biologische Vielfalt schädigen könnten.

Seit Februar 2026 laufen die Verhandlungen über die neue EU-Saatgutverordnung. Der Gesetzentwurf sieht strenge Zertifizierungspflichten und hohe Gebühren vor, die kleine Produzenten in die Insolvenz treiben könnten. Während das Europäische Parlament Ausnahmen für kleinere Anbieter fordert, drängt der Rat der Agrarminister auf verschärfte Kontrollen.

In Düsseldorf sorgen sich viele Saatguthersteller um ihre Existenz. Selbstversorger wie Anne Mommertz sind auf eine vielfältige Sortenauswahl angewiesen, die durch das Gesetz verschwinden könnte. Ohne Nischenanbieter könnten Hobbygärtner bald nur noch standardisiertes Saatgut großer Industriekonzerne zur Verfügung haben.

Das Münchner Saatgutfest, das am 1. März 2026 stattfand, lockte rund 1.500 Besucher und präsentierte zahlreiche kleine Produzenten. Bisher waren die Auswirkungen der geplanten Verordnung jedoch noch nicht deutlich spürbar. Sollte das Gesetz in Kraft treten, warnen Experten, könnten seltene Sorten für immer verschwinden – und Gärtner hätten deutlich weniger Auswahl.

Die geplante EU-Verordnung könnte den deutschen Saatgutmarkt grundlegend verändern, indem sie kleinen Herstellern die Arbeit erschwert. Falls sie verabschiedet wird, drohen ein Rückgang der Artenvielfalt und ein eingeschränkter Zugang zu traditionellem Saatgut. Saatgutbibliotheken und lokale Erzeuger warten nun gespannt auf den Ausgang der Verhandlungen.

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