Essens dunkles Erbe: Neue Erkenntnisse zu den Hexenprozessen der Stadt

Essens dunkles Erbe: Neue Erkenntnisse zu den Hexenprozessen der Stadt
Öffentlicher Vortrag zu Essens Hexenprozessen am 5. Dezember 2025
Am 5. Dezember 2025 findet in Essen ein kostenloser öffentlicher Vortrag über die Hexenverfolgungen in der Stadt statt. Dr. Claudia Kauertz, Leiterin des Hauses der Essener Geschichte/Stadtarchivs, untersucht darin, wie Anklagen und Hinrichtungen zwischen 1585 und 1632 abliefen. Die Veranstaltung ist Teil einer umfassenderen Studie zu den Hexenjagden im Rheinland und in Westfalen, wobei das Vest Recklinghausen eines der zentralen Verfolgungszentren war.
Im Mittelpunkt des Vortrags steht Essen als Fallbeispiel: Warum wurden bestimmte Personen angeklagt, andere nicht? Historische Aufzeichnungen belegen, dass in dieser Zeit etwa 66 Menschen – überwiegend Frauen – in der Stadt beschuldigt wurden. Davon wurden 26 hingerichtet, darunter 1587 Aleke Töddemann unter der Leitung des Inquisitors Heinrich van Schultzing (1586–1598). Weitere Opfer waren Lixke Klesman, Aleke Stöcker, Margrete Berck sowie mindestens neun weitere Frauen, die nur unter Vornamen oder Spitznamen wie Trinke, Geseke und Ficke überliefert sind.
Die Verfolgungswelle in Essen verlief anders als in benachbarten Regionen und wies unterschiedliche Intensitäten auf. Ihr Höhepunkt fiel mit den großflächigen Hexenjagden im Rheinland und in Westfalen zusammen, die zwischen 1585 und 1632 ihren Höhepunkt erreichten. Die Veranstaltung findet von 18:00 bis 19:30 Uhr im Kleinen Saal der Volkshochschule am Burgplatz 1 statt. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird jedoch gebeten – entweder über die Website des Adult Education Center (www.vhs-ourwebsite, Kursnummer 252.1B004N).
Dr. Kauertz’ Vortrag wirft Licht auf die Mechanismen hinter Essens Hexenprozessen und ihre menschlichen Kosten. Ziel ist es, zu erklären, wie rechtliche Verfahren darüber entschieden, wer angeklagt wurde – und warum. Interessierte können sich vorab online einen Platz sichern.

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