12 February 2026, 02:04

Energiewende in der Krise: Gasverbrauch steigt – Wasserstoffausbau stockt

Eine Säulendiagramm, das den Stromverbrauch der Bundesländer nach Energiequellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen liefert.

Energiewende in der Krise: Gasverbrauch steigt – Wasserstoffausbau stockt

Deutschlands Energiewende steht vor neuen Herausforderungen, da die Nachfrage nach Gas steigt und der Ausbau von Wasserstoff ins Stocken gerät. Aktuelle Zahlen aus dem Gasbilanz-2025-Bericht zeigen einen Anstieg des Gasverbrauchs um 3 Prozent auf 835 Terawattstunden. Gleichzeitig werfen Verzögerungen bei Wasserstoffprojekten und regulatorische Unsicherheiten Fragen über die Erreichung der Klimaziele des Landes auf.

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Gas hat in der deutschen Energieversorgung wieder an Bedeutung gewonnen**: Sein Anteil am Primärenergieverbrauch stieg 2025 von 25,9 auf 26,9 Prozent. Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass Gaskraftwerke weiterhin entscheidend für die Netzstabilität sind – insbesondere in Phasen mit geringer Wind- und Solarstromerzeugung. Allerdings stoßen diese Anlagen nach wie vor rund 392 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde aus, sodass die CO₂-Intensität des Stromsektors im Durchschnitt hoch bleibt – bei 344 g CO₂/kWh.

Beim Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur gibt es Licht und Schatten**: Zwar wurden 2025 etwa 525 Kilometer Wasserstoffleitungen fertiggestellt, die das Rückgrat des neuen Netzes bilden. Doch der Ausbau der Elektrolysekapazitäten stockt. Nur noch 7,2 Gigawatt an Projekten gelten bis 2030 als gesichert – deutlich weniger als ursprünglich geplant. Aktuell befinden sich rund 1,3 GW an Elektrolyseurkapazität in 22 Projekten entweder im Bau oder haben eine Finanzierung erhalten. Viele weitere Vorhaben wurden jedoch wegen hoher Stromkosten, unklarer Vorschriften und fehlender langfristiger Abnahmeverträge verschoben oder ganz gestrichen.

Auch der Kohleausstieg hinterlässt Lücken in der Stromversorgung**: Mit dem Abschalten von Kohlekraftwerken fallen über 30 GW gesicherter Leistung weg. Dringend werden neue steuerbare Energiequellen benötigt. Biomethan hat sich als vielversprechende Alternative erwiesen – 2025 wurden 11,5 TWh in das Gasnetz eingespeist. Doch auch hier droht das Wachstum an regulatorischen Hürden zu scheitern, was die Energiewende zusätzlich belastet.

Die deutsche Energiewirtschaft steht am Scheideweg**: Einerseits steigt der Gasverbrauch, andererseits kommt der Wasserstoffausbau nur langsam voran. Das Stromnetz bleibt weiterhin von CO₂-intensiven Quellen abhängig, während Verzögerungen bei sauberen Energietechnologien die langfristigen Klimaziele gefährden. Ohne klarere politische Weichenstellungen und eine beschleunigte Einführung CO₂-armer Alternativen könnte der Übergang zu einem grüneren Energiesystem weitere Rückschläge erleiden.