Drogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Schulen und Anwohner protestieren
Lotta AlbrechtDrogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Schulen und Anwohner protestieren
Geplantes Drogenhilfezentrum in Düsseldorfs Stadtteil Oberbilk stößt auf heftigen Widerstand
Ein geplantes Drogenberatungs- und Konsumraumzentrum im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk sorgt für massive Proteste bei Anwohnern, Eltern und benachbarten Schulen. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Wohngebäude in der Eisenstraße eröffnet werden soll, liegt in unmittelbarer Nähe zu zwei Schulen sowie zum Hauptbahnhof. Kritiker befürchten, dass der Standort Kinder dem Risiko ausgesetzt, mit Drogenkonsum und damit verbundenen Aktivitäten konfrontiert zu werden.
Die Stadt beabsichtigt, Teile der lokalen Drogenszene in das neue Zentrum zu verlagern – ein Vorhaben, das im Rahmen des Projekts "Sicherheit im Bahnhofsumfeld" (SiBu) steht. Innerhalb der Einrichtung soll der Konsum und der Umgang mit Drogen in begrenztem Maße erlaubt sein, ergänzt durch einen angrenzenden Außenbereich, um die Aktivitäten von der Straße wegzuverlagern. Vor Ort werden Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und medizinisches Personal tätig sein. Das Gebäude selbst soll so umgebaut werden, dass eine visuelle Einsehbarkeit von außen verhindert wird.
Ordnungskräfte und Polizei werden das umliegende Gebiet regelmäßig kontrollieren, um Störungen, Dealerei und offenen Drogenkonsum zu unterbinden. Dennoch zeigen sich Anwohner und Schulvertreter von den geplanten Maßnahmen wenig überzeugt. Bei einer kürzlichen Bürgerversammlung äußerten viele Teilnehmer Frustration über das Fehlen konkreter Angaben zu Sicherheitsvorkehrungen und zum täglichen Betrieb. Die beiden betroffenen Schulen haben in einem offiziellen Schreiben an die Stadtverwaltung den Standort als "völlig inakzeptabel" bezeichnet – vor allem wegen der Nähe zu Bildungseinrichtungen.
Drogenhilfeorganisationen verteidigen das Projekt und betonen, dass zentral gelegene Einrichtungen entscheidend seien, um gefährdete Personen zu erreichen. Zwar hat keine deutsche Stadt bisher das vollständige "Zürcher Modell" übernommen – das überwachte Konsumräume mit medizinischer Betreuung verbindet –, doch ähnliche Schadensminderungsprogramme gibt es bereits in Frankfurt und Berlin. Diese laufen jedoch auf Grundlage anderer rechtlicher Rahmenbedingungen und werden nicht als "Zürcher-Modell"-Zentren klassifiziert.
Gegner des Projekts verweisen insbesondere auf die dunklen Ecken des Gebäudes und die leichte Zugänglichkeit als Hauptprobleme. Sie fürchten, dass das Zentrum drogenbezogene Aktivitäten zu nah an Schulen und Kindereinrichtungen herantragen könnte – trotz der Zusagen der Stadt für eine strenge Aufsicht.
Die Eröffnung der Einrichtung wird einen Wandel in Düsseldorfs Umgang mit Drogenkonsum im Umfeld des Hauptbahnhofs einläuten. Die Behörden haben eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Trägern und Verwaltung angekündigt, um die Bedenken der Bevölkerung zu adressieren. Doch der Widerstand von Schulen und Anwohnern zeigt bisher kaum Anzeichen einer Entspannung.






