13 March 2026, 04:03

Dortmunds Polizei jagt rechtsextreme Jugendliche mit neuer Sondereinheit "Junge Nationalisten"

Ein schwarzer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die "Hass soll in Amerika oder überall sonst keinen sicheren Hafen finden" und ein Logo unten.

Dortmunds Polizei jagt rechtsextreme Jugendliche mit neuer Sondereinheit "Junge Nationalisten"

Die Dortmunder Polizei hat ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus unter Jugendlichen intensiviert. Seit Mai 2024 hat sich ihr Projekt "Junge Nationalisten" zu einer festen Ermittlungseinheit entwickelt, die Dutzende neue Fälle aufgedeckt hat. Der Fokus liegt nun auf frühzeitiger Intervention und der Verhinderung weiterer Radikalisierung.

2024 verzeichnete die Stadt einen deutlichen Anstieg rechtsextremer Vorfälle, wobei Propaganda und Hassrede die meisten Straftaten dominierten. Viele der Beteiligten waren zuvor nicht in Erscheinung getreten – ein alarmierendes Zeichen für gezielte Rekrutierungsstrategien unter jungen Menschen.

Die Initiative "Junge Nationalisten" startete im Mai 2024, kurz nachdem die rechtsextreme Partei "Die Heimat" in Dortmund-Dorstfeld ihren Jugendverband gegründet hatte. Bis September 2025 hatten die Behörden 77 Personen identifiziert, die mit der Dortmunder Rechtsextremismus-Szene in Verbindung standen. Davon waren 67 Jugendliche, Minderjährige oder Kinder.

Die meisten der 2024 registrierten Straftaten – insgesamt 295 – betrafen Propaganda und Volksverhetzung. Diese Zahl hatte sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Die Polizei stellte fest, dass viele Beschuldigte keine rechtsextreme Vergangenheit hatten, was auf eine aktuelle Welle der Anwerbung hindeutet.

Die Behörden setzen nun auf präventive und repressive Maßnahmen, um Extremismus entgegenzuwirken. Werden Hinweise darauf gefunden, dass jemand an einer rechtsextremen Veranstaltung teilgenommen hat, ermitteln die Beamten die Identität der Person und klären über mögliche rechtliche Konsequenzen auf. Gleichzeitig wird gefährdeten Personen und ihren Familien Unterstützung angeboten, um eine weitere Radikalisierung zu verhindern, bevor sie Fuß fasst.

Stand Ende 2025 gibt es keine Anzeichen für einen neuen Zustrom Dortmunder Bürger zu rechtsextremen Gruppen. Dennoch bleibt die Überwachung aktiv – insbesondere mit Blick auf Rekrutierungsversuche unter Jugendlichen.

Die Ermittlungseinheit "Junge Nationalisten" arbeitet weiterhin daran, Fälle rechtsextremer Verstrickung aufzudecken und zu unterbinden. Mit 67 bereits identifizierten jungen Menschen konzentrieren sich die Polizeikräfte auf frühzeitige Erkennung und Abschreckung. Das Ziel ist klar: Eine weitere Zuspitzung verhindern und extremistischen Einfluss im Keim ersticken, bevor er sich ausbreitet.

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