Dieter Nuhrs umstrittener Humor: Warum seine "Witze" über Frauen polarisieren
Miriam KönigDieter Nuhrs umstrittener Humor: Warum seine "Witze" über Frauen polarisieren
Dieter Nuhr hat mit seinem jüngsten Comedy-Special in der ARD für Aufsehen gesorgt. Darin „witzelt“ er, dass Parkplätze „konstruktionsbedingt zu klein“ für Frauen seien. Die Äußerungen fügen sich in ein Muster ein, bei dem Frauen häufig das Ziel seines Humors sind.
Nuhr steht bereits in der Kritik, weil er das Problem des Femizids in Deutschland verharmlost. Er bestreitet, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt – obwohl jährlich 300 bis 350 Frauen getötet werden. In den meisten Fällen ist der Täter der aktuelle oder ehemalige Partner, was einen klaren Zusammenhang mit häuslicher Gewalt zeigt.
Sein Rat an Frauen – einen Partner vor dem Sex erst besser kennenzulernen, um nicht ermordet zu werden – hat Empörung ausgelöst. Kritiker:innen werfen ihm vor, damit die Schuld bei den Opfern zu suchen, statt die eigentlichen Ursachen zu benennen. Femiziden gehen oft lange Geschichten von Missbrauch, Kontrolle und frauenfeindlichen Einstellungen voraus.
Öffentlich-rechtliche Sender wie der rbb bieten Nuhr weiterhin eine Bühne und berufen sich dabei auf die künstlerische Freiheit. Zwar erkennt der rbb die Kritik an, sieht aber keinen Handlungsbedarf. Viele sehen in seinen „Witzen“ die Verstärkung schädlicher Klischees, die Frauen als minderwertig oder als Objekte darstellen, über die man verfügen kann.
Nuhrs Äußerungen und die ausbleibenden Konsequenzen zeigen die anhaltende Debatte über Satire und Verantwortung. Trotz der Kritik bleibt seine Comedy unverändert – und mit ihr seine öffentliche Plattform. Die Diskussion um sein Werk spiegelt größere Sorgen wider: wie Frauenfeindlichkeit in den Medien verharmlost und normalisiert wird.
